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Schuldenkrise

Stationen der Krise

Schuldenkrise in Euroland: Was an der Peripherie begann, frisst sich immer weiter ins Herz des Euroclubs. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Entwicklungen seit Beginn der Schuldenkrise.

Symbolbild Chronik der Krise (Quelle: fotolia/DW)

Schuldenkrise in Euroland: 17 Staaten bangen um den Euro

1. März 2012

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, Bundesbank-Chef Jens Weidmann habe in dem Brief an den EZB-Präsidenten Mario Draghi vor wachsenden Risiken im Eurosystem gewarnt. Weidmann nehme dabei ausdrücklich auf die wachsenden Forderungen Bezug, die im Zahlungsverkehrssystem Target II entstehen.

Im ARD-Deutschland-Trend sprechen sich 60 Prozent der Befragten für eine Rückkehr Griechenlands zur Drachme aus.

29. Februar 2012

Banken der Eurozone pumpen sich zum zweiten Mal binnen gut zwei Monaten Milliarden billiges Geld von der EZB. Insgesamt leihen sich 800 Banken die Rekordsumme von 529,5 Milliarden Euro für außergewöhnlich lange drei Jahre.

28. Februar 2012

Die Europäische Zentralbank (EZB) akzeptiert griechische Staatsanleihen nach deren erneuter Herabstufung durch die Ratingagentur S&P vorerst nicht mehr als Sicherheiten für Kredite an Banken.

27. Februar 2012

Der Bundestag billigt das zweite Griechenland-Hilfspaket. Merkel verfehlt die Kanzler-Mehrheit.

Spanien verfehlt sein Ziel beim Abbau des Haushaltsdefizits 2011 deutlich. Statt sechs Prozent betrug die Neuverschuldung des Staates im vergangenen Jahr 8,51 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Die Ratingagentur Standard & Poor's setzt den Ausblick für den europäischen Rettungsfonds EFSF auf negativ herab. Damit ist in den kommenden zwei Jahren eine weitere Herabstufung möglich, nachdem der Fonds im Januar bereits die Bestnote "AAA" verloren hat. Gleichzeitig stuft S&P Griechenland nach dem von der Regierung eingeleiteten Schuldenschnitt auf "teilweise zahlungsunfähig" (selective default) herab.

23. Februar 2012

Das Gesetz über den Anleihetausch zur Beteiligung privater Gläubiger an der Rettung Griechenlands passiert das Parlament in Athen.

22. Februar 2012

Griechenland rechnet für dieses Jahr mit einem höheren Haushaltsdefizit. Statt 5,4 Prozent wird die Haushaltslücke 6,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukt betragen.

Die Ratingagentur Fitch stuft die Kreditwürdigkeit Griechenlands wegen des vereinbarten Schuldenschnitts auf "CCC" herab.

21. Februar 2012

Griechenland kann der Staatspleite ein zweites Mal dank internationaler Hilfe entkommen. Die Finanzminister der Euro-Zone stimmen dem zweiten Kreditpaket für den überschuldeten Euro-Staat zu, erklären EU-Diplomaten am Dienstagmorgen nach nächtlichem Verhandlungsmarathon in Brüssel. Das Volumen öffentlicher Hilfen bleibt bei 130 Milliarden Euro. Der Schuldenstand des Landes werde auf 121 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2020 sinken statt der bisher angepeilten 120 Prozent.

18. Februar 2012

Das griechische Parlament beschließt die letzten Details der Einsparungen, die EU und IWF zur Bedingung für das 130 Milliarden schwere Rettungspaket gemacht haben. Von der Regierung werden Einsparungen von 3,3 Milliarden Euro gefordert, zuletzt waren davon aber noch 325 Millionen Euro offen.

16. Februar 2012

Die Europäische Zentralbank (EZB) versucht offenbar, mit einem Anleihetausch über das Wochenende Verluste durch eine Umschuldung griechischer Staatsanleihen zu vermeiden. Die Nationalbanken würden im Vorfeld des nächsten Treffens der Finanzminister der Euro-Zone am Montag Griechenland-Anleihen in neue Papiere tauschen, sagen Vertreter der Euro-Zone.

Die Rezession in Portugal belastet den Arbeitsmarkt immer stärker. Die Arbeitslosenquote stieg im vierten Quartal 2011 auf 14 Prozent, wie das nationale Statistikamt am Donnerstag mitteilte.

Griechenlands Präsident Karolos Papoulias ist empört über die harte Haltung Deutschlands und anderer großer Geldgeber. Bei einem Besuch im Verteidigungsministerium sagt er: "Ich akzeptiere es als Grieche nicht, dass mein Land von Herrn Schäuble beleidigt wird. Wer ist denn Herr Schäuble, der Griechenland beleidigen kann. Wer sind denn die Niederländer, wer sind die Finnen?"

15. Februar 2012

Die Wirtschaft in der Euro-Zone muss der Schuldenkrise Tribut zollen und ist Ende 2011 erstmals seit rund zweieinhalb Jahren wieder geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Währungsunion sank von Oktober bis Dezember wie erwartet um 0,3 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in einer ersten Schätzung mitteilte.

Die Euro-Finanzminister lassen das krisengeschüttelte Griechenland noch über das Wochenende zappeln: Die Eurogruppe vertagt ihre Entscheidung über das 130 Milliarden Euro schwere öffentliche Kreditpaket auf Montag.

14. Februar 2012

Die Kreditwürdigkeit von Euro-Staaten wie Italien und Frankreich wird nun auch von der Ratingagentur Moody's skeptischer beurteilt. Die Experten stufen die Note für Italien um einen Rang herab auf A3 von A2 und die Bewertung Spaniens um zwei Ränge auf A3 von A1. Auch Portugal, Malta, die Slowakei und Slowenien rutschen in der Bewertung um jeweils eine Stufe ab.

China will den Europäern bei der Bewältigung der Schuldenkrise helfen. "China ist bereit, seine Beteiligung an der Lösung der europäischen Schuldenkrise auszuweiten", sagt Regierungschef Wen Jiabao am Dienstag auf dem EU-China-Gipfel in Peking. So erwäge sein Land "eine größere Beteiligung" an dem Euro-Rettungsschirm EFSF und seinem Nachfolger ESM.

13. Februar 2012

Der chinesische Staatsfonds CIC hält europäische Staatsanleihen als langfristiges Investment für ungeeignet. Es sei sehr schwierig, in Papiere von Ländern wie Italien oder Spanien zu investieren, sagt der Chef der China Investment Corporation (CIC), Lou Jiwei.

12. Februar 2012

Das griechische Parlament hat am Sonntag dem umstrittenen Sparpaket zugestimmt. Die mit EU und dem IWF ausgehandelten Ausgabenkürzungen sind eine zentrale Voraussetzung für ein zweites internationales Hilfspaket von 130 Milliarden Euro.

10. Februar 2012

Der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin im Umfang von 480 Milliarden Euro kann in Kürze ein zweites Mal starten. Gut zwei Wochen nach dem Bundestag billigt auch der Bundesrat die Reaktivierung des 2010 stillgelegten Hilfsfonds. Damit können deutsche Banken in diesem Jahr notfalls auch mit Staatshilfe die höheren Kapitalanforderungen im Zuge der Euro-Schuldenkrise erfüllen.

Die Euro-Finanzminister verweigern vorerst die Zustimmung zu neuen Milliardenhilfen und fordern verbindliche Beschlüsse zur Umsetzung der neuen Sparauflagen, andernfalls würden weitere Milliarden nicht ausgezahlt.

Die Ratingagentur Standard & Poor's stuft die Kreditwürdigkeit von 34 italienischen Banken herab.

9. Februar 2012

Die Regierungsparteien in Athen einigen sich in letzter Minute auf das neue Sparpaket. Die Euro-Partner drängen dennoch auf verbindliche Zusagen aus Athen und beschließen das neue Hilfspaket vorerst nicht.

Die Arbeitslosenzahl in Griechenland übersteigt zum ersten Mal in der jüngsten Geschichte des Landes die Eine-Million-Marke. Die Arbeitslosenquote beträgt mehr als 20 Prozent.

Die EZB belässt den Leitzins im Euroraum bei einem Prozent.

8. Februar 2012

Spitzentreffen in Athen

Die Parteispitzen der griechischen Übergangsregierung stimmen den von EU und IWF geforderten neuen Sparmaßnahmen weitgehend zu. Bis 2015 soll Athen insgesamt 14 Milliarden Euro sparen, allein dieses Jahr sollen es 3,1 Milliarden Euro sein. Bis 2015 sollen 150 000 Staatsbedienstete gehen. Noch in diesem Jahr sollen 15 000 entlassen werden. Der Mindestlohn im privaten Bereich soll um 22 Prozent von heute 751 Euro brutto auf 586 Euro verringert werden. Ein Punkt sei aber noch offen, erkläre Ministerpräsident Lukas Papademos in der Nacht zu Donnerstag in Athen. Darüber müsse mit der Troika von EU, EZB und IWF weiter beraten werden. Dabei handelt es sich um die Kürzung der Zusatzrente.

7. Februar 2012

Generalstreik in Griechenland: Die Gewerkschaften machen gegen die Sparauflagen der Regierung mobil.

6. Februar 2012

Laut einem IWF-Bericht droht China im laufenden Jahr eine Verringerung des Wachstums um fast die Hälfte wegen der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise in Europa. Zwar prognostizierte der IWF China noch immer 8,2 Prozent Wachstum, jedoch könnte sich der Wert um vier Punkte verringern, wenn die Krise in Europa anhalte.

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy fordert Griechenland auf, im Kampf gegen die Schuldenkrise des Landes alle staatlichen Einnahmen auf ein Sonderkonto einzuzahlen. Das erklärt Sarkozy beim deutsch-französischen Ministerrat in Paris. Kanzlerin Angela Merkel sagt, sie unterstütze diesen Vorschlag.

4. Februar 2012

Der Chef der Euro-Gruppe, Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker, fordert weitere Anstrengungen von Griechenland und schließt auch eine Insolvenz des Landes nicht aus. Allein die Möglichkeit, dass so etwas passieren könnte, sollte den Griechen "dort Muskeln verleihen, wo sie im Augenblick noch ein paar Lähmungserscheinungen haben", sagt Juncker dem Nachrichtenmagazin "Spiegel".

2. Februar 2012

Angela Merkel spricht an der Akademie für Sozialwissenschaften in Beijing

Merkel wirbt für die Gemeinschaftswährung

Bundeskanzlerin Angela Merkel wirbt in China um Vertrauen in den Euro. Sein Land erwäge eine größere Beteiligung an den Rettungsschirmen EFSF und ESM, sagt der chinesische Premierminister Wen Jiaobao nach einem Treffen mit Frau Merkel.

1. Februar 2012

Der Abschluss der Verhandlungen über einen Schuldenschnitt in Griechenland verschiebt sich erneut. Mit einer endgültigen Vereinbarung werde in der kommenden Woche gerechnet, teilt der verhandelnde Internationale Bankenverband (IIF) mit. Beide Seiten seien einer Einigung nahe.

30. Januar 2012

Der EU-Gipfel einigt sich auf einen Fiskalpakt, der Schuldenbremsen und automatische Sanktionen gegen Defizitsünder einführt. Großbritannien und Tschechin machen nicht mit.

28. Januar 2012

Die Verhandlungen über den griechischen Schuldenschnitt werden wieder einmal ohne Ergebnisse beendet. Man stehe aber kurz vor einem Abschluss der Verhandlungen, erklärt der Internationale Bankenverband (IIF).

27. Januar 2012

Die Zentrale der Ratingagentur Fitch in New York (Foto: AP)

Stuft Italien und Spanien gleich um zwei Stufen herab

Die Ratingagentur Fitch stuft die Bonität von fünf Euro-Ländern herab. Für Italien, Spanien und Slowenien geht es gleich zwei Stufen runter. Bei Belgien und Zypern wird die Kreditwürdigkeit um eine Note gesenkt.

26. Januar 2012

Der Bundestag billigt die Neuauflage des Ende 2010 stillgelegten Bankenrettungsfonds Soffin. Der 480 Milliarden Euro schwere Bankenrettungsfonds II ist bis Jahresende befristet.

25. Januar 2012

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos warnt Bundeskanzlerin Merkel vor einer Überfrorderung Deutschlands. "Wenn Deutschland, stellvertretend für alle europäischen Länder, etwas verspricht, was bei harter Attacke der Märkte dann nicht einlösbar ist, dann hat Europa eine ganz offene Flanke", sagt Merkel in ihrer Eröffnungsrede.

24. Januar 2012

Die Euro-Finanzminister einigen sich über den Vertrag des neuen dauerhaften Euro-Rettungsmechanismus ESM. Der ESM solle wie von den Euro-Staaten vereinbart im Juli 2012 und damit ein Jahr früher als geplant an den Start gehen.

23. Januar 2012

WF-Chefin Christine Lagarde appelliert an die Euro-Länder, ihre Anstrengungen zur Lösung der Schuldenkrise zu vergrößern. Dazu zählt sie auch eine Vergrößerung des Euro-Rettungsschirms ESM.

Die Verhandlungen über einen Schuldenschnitt für Griechenland ziehen sich wegen eines Streits zwischen den öffentlichen und privaten Gläubigern weiter hin. Bis Mitte Februar wollen sie sich einigen.

21. Januar 2012

Die von Griechenland angestrebte Einigung mit seinen privaten Gläubigern über einen Schuldenschnitt lässt auf sich warten. Die direkten Gespräche zwischen Regierung und Internationalem Bankenverband IIF werden unterbrochen. Die Verhandlungen würden am Wochenende telefonisch fortgesetzt, so dass eine Vereinbarung wahrscheinlich frühestens kommende Woche erreicht werden könne, heißt es aus Verhandlungskreisen.

20. Januar 2012

Die griechische Regierung und die Vertreter der privaten Gläubiger können sich nicht auf den geplanten Schuldenschnitt einigen.

Zur Durchsetzung einer strafferen Haushaltsdisziplin in der EU sieht der neueste Entwurf für den Fiskalpakt Geldstrafen für Defizitsünder vor. Der Europäische Gerichtshof soll diese verhängen können, wenn ein EU-Staat gegen die Vorschriften verstoßen hat. Klagen können nur Unterzeichnerstaaten, nicht aber die EU-Kommission. Als Strafe ist ein Pauschalbetrag vorgesehen, der aber nicht höher als 0,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes eines Staates betragen soll.

19. Januar 2012

Die IWF-Pläne stoßen weltweit auf ein geteiltes Echo. Während die USA den Europäern die Hilfe verweigern, zeigen sich Japan und China offen für Verhandlungen.

18. Januar 2012

IWF-Präsidentin Christine Lagarde (Foto: dpa)

Will den Krisenfonds des IWF aufstocken: Christine Lagarde

Der Internationale Währungsfonds beschließt, seinen Krisenfonds um 600 Milliarden auf knapp eine Billion Dollar aufzustocken. IWF-Chefin Christine Lagarde will dadurch die Weltwirtschaft vor der Schuldenkrise in Europa schützen.

Die Weltbank korrigiert ihre Wachstumsaussichten für dieses und das kommende Jahr nach unten korrigiert. In diesem Jahr sei weltweit ein Wachstum von 2,5 Prozent zu erwarten, im kommenden ein Wachstum von 3,1 Prozent, so die Weltbank. Bislang war das Wachstum in beiden Jahren auf 3,6 Prozent veranschlagt worden.

17. Januar 2012

Einen Tag nach seiner Herabstufung durch S&P nimmt der Rettungsfonds EFSF erfolgreich 1,5 Milliarden Euro am Kapitalmarkt auf.

Das Misstrauen der Banken untereinander nimmt immer drastischere Ausmaße an: Die "Vorsichtskasse" der Geldinstitute des Euroraums bei der EZB steigt erstmals über die Schwelle von 500 Milliarden Euro.

16. Januar 2012

Die Ratingagentur Standard & Poor's entzieht dem Rettungsfonds EFSF nach der Herabstufung von neun Euro-Staaten die Bestnote "AAA".

14. Januar 2012

Bundesaußenminister Guido Westerwelle fordert "unabhängige, europäische Ratingagenturen".

13. Januar 2012

Standard & Poor's stuft neun Eurostaaten herab.Frankreich und Österreich verlieren die beste Bonität.

Die Gespräche zwischen der griechischen Regierung und den Gläubigerbanken über einen Forderungsverzicht werden unterbrochen.

12. Januar 2012

An den Anleihemärkten macht sich etwas Entspannung breit: Italien und Spanien können sich wieder zu günstigeren Konditionen Geld leihen. Beide Länder haben jeweils für zwölf und zehn Milliarden Euro Anleihen platziert.

11. Januar 2012

Die deutsche Wirtschaft ist 2011 nach vorläufigen Berechnungen um drei Prozent gewachsen. Das Haushaltsdefizit ist auf ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts gesunken.

Deutschland begibt eine fünfjährige Staatsanleihe im Umfang von vier Milliarden Euro zu einem Zinssatz von 0,9 Prozent.

10. Januar 2012

Das Misstrauen der Banken in Europa wächst. Sie parken das Geld lieber bei der Europäischen Zentralbank als leihen es anderen Banken gegen höhere Zinsen. Die "Vorsichtskasse" der Banken bei der EZB erreicht mit 463,57 Milliarden Euro neue Rekordwerte.

9. Januar 2012

Der Euro fällt auf ein 16-Monats-Tief. Ein Euro wird mit 1,2687 Dollar bewertet.

Anleger zahlen drauf, um an deutsche Staatsanleihen zu kommen. Bei einer Auktion von Geldmarktpapieren mit einer Laufzeit von sechs Monaten platziert der Bund 3,9 Milliarden Euro zu einem Durchschnittszins von minus 0,01 Prozent.

Merkel und Sarkozy treffen sich in Berlin PK (Foto: Reuters)

Das Führungsduo demonstriert Einigkeit

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nun doch bereit, die Finanztransaktionssteuer vorerst nur in der Eurozone einzuführen. Damit kommt sie Frankreich entgegen. Der Koalitionspartner FDP sperrt sich aber dagegen.

8. Januar 2012

Die "Welt am Sonntag" berichtet, dass die finanziellen Risiken der Europäischen Zentralbank (EZB) deutlich höher seien als bislang angenommen. Offiziell hat die Zentralbank Staatsanleihen mit einem Volumen von 212 Milliarden aufgekauft. Faktisch habe die EZB den Staaten aber - über eine Finanzierung der dortigen Banken - weitaus mehr Geld geliehen, so der Bericht.

7. Januar 2012

Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet, dass der IWF nicht mehr glaubt, dass Griechenland auf Basis der bisherigen Sanierungspläne seine Schulden dauerhaft tragen könne.

6. Januar 2012

Investoren gönnen den Anleihen der EU-Sorgenkinder Italien und Spanien keine Verschnaufpause. Die Renditen der zehnjährigen Papiere italienischer und spanischer Papiere klettern auf 7,173 beziehungsweise 5,720 Prozent.

5. Januar 2012

Bei der ersten Emission 2012 leiht sich Frankreich acht Milliarden Euro. Für eine zehnjährige Anleihe muss das Land aber 3,18 Prozent Zinsen zahlen, mehr als im Dezember. Das Top-Rating der Grande Nation gilt als gefährdet.

Die erste Anleihe des EFSF mit drei Jahren Laufzeit stößt am Kapitalmarkt auf rege Nachfrage. Der Rettungsfonds EFSF nimmt drei Milliarden Euro auf, um die Hilfskredite für Portugal und Irland zu finanzieren.

3. Januar 2012

Die EZB teilt mit, dass der Belgier Peter Praet neuer EZB-Chefvolkswirt wird. Bislang besetzte Deutschland diesen Posten seit dem Start der Währungsunion. Die größte Volkswirtschaft der Euro-Zone wird damit entschädigt, dass Ex-Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen künftig unter anderem einen Großteil der Außenbeziehungen der EZB steuern wird - etwa die Beziehungen zum EcoFin, zur Euro-Gruppe und zu den G20.

2. Januar 2012

Spaniens Haushaltsloch ist tiefer als zuvor angenommen. Das Haushaltsdefizit im vergangenen Jahr lag bei acht Prozent. Angestrebt war ein Defizit von sechs Prozent.

30. Dezember 2011

Ein Finger hält eine Ein-Euro-Münze über Europa auf einem beleuchteten Globus (Foto: dpa)

Der Euro zeigt sich krisenresistent

Es war ein turbulentes Jahr für die europäische Gemeinschaftswährung. Doch der Euro hält sich wacker. Im Jahresverlauf verzeichnet sein Kurs gegenüber dem Dollar nur ein Minus von drei Prozent.

24. Dezember 2011

Die Schuldenkrise macht Weihnachtspause.

21. Dezember 2011

Bescherung für die Banken kurz vor Weihnachten: Um eine Kreditklemme im Euroraum zu verhindern, versorgt die EZB die Banken mit einer knappen halben Billion Euro zu einem Zinssatz von einem Prozent. Erst in drei Jahren müssen sie das Geld zurückgeben.

20. Dezember 2011

Die Ratingagentur Fitch teilt mit, dass das Risiko einer schlechteren Kreditwürdigkeit für den EU-Rettungsschirm EFSF zugenommen hat. Die Noten für den EFSF hängen nach Einschätzung von Fitch vor allem an den Ratings von Frankreich und Deutschland. Die Bestnote von Frankreich gilt aber als gefährdet.

19. Dezember 2011

Die EU-Finanzmintser bekommen die 200 Milliarden Euro Zusatzkredit für den IWF nicht zusammen, die dann an klamme Euro-Länder weitergeleitet werden können. Großbritannien weigert sich. Andere drei Nicht-Euroländer (Tschechien, Polen, Schweden) sagen zu. Von den dann vereibarten 150 Milliarden Euro wanken noch die 45 Milliarden aus Deutschland. Die Bundesbank will erst zahlen, wenn sich auch Anteilseigner außerhalb Europas beteiligen.

Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank, warnt vor einer Kreditklemme für die Wirtschaft und einem harten ersten Quartal 2012. In den ersten drei Monaten im neuen Jahr müssen sich Banken und Staaten der Eurozone mit 470 Milliarden Euro refinanzieren.

16. Dezember 2011

Die Ratingagentur Moody's stuft die Kreditwürdigkeit Belgiens von Aa1 auf Aa3 herab. Die andere Agentur Fitch droht Frankreich die Bestnote AAA zu entziehen.

15. Dezember 2011

Die Ratingagentur Fitch senkt die langfristige Kreditwürdigkeit von sechs internationalen Geldhäusern, darunter die Deutsche Bank und die Bank of America.

Die IWF-Chefin Christine Lagarde hält die Aussichten für die Weltwirtschaft für ziemlich düster. Als größte Gefahrenquelle hat sie die Staaten der Eurozone ausgemacht.

14. Dezember 2011

Ein Jahr nach seiner Stillegung hat die Bundesregierung den Bankenrettungsfonds SoFFin reaktiviert. Damit können sich deutsche Kreditinstitute schon bald wieder frisches Kapital beim Staat besorgen. Einige haben das offenbar bitter nötig. Die Politik fordert die Erhöhung der Eigenkapitalquote auf neun Prozent von 2019 auf Mitte 2012 vorzuziehen. Da die Europäische Bankenaufsicht (EBA) den Banken das nicht zutraut, hat sie viele Institute im jüngsten Stresstest durchfallen lassen. So klafft bei den deutschen Banken laut EBA eine Kapitallücke von 13 Milliarden Euro.

8./9. Dezember 2011

Der britische Premier David Cameron auf dem EU-Gipfel am 8. und 9. Dezember (Foto: AP)

Einer gegen 26: der britische Premier David Cameron

Für die Eurorettung nimmt die Europäische Union ihre Spaltung in Kauf: Der EU-Gipfel hat einen beispiellosen neuen Vertrag für mehr Haushaltsdisziplin vereinbart, den Großbritannien jedoch nicht mitträgt. Damit haben Deutschland und Frankreich ihr Ziel bei dem Spitzentreffen in Brüssel nur zum Teil erreicht. Die EU stärkt auch ihren Schutzwall gegen die gefährliche Schuldenkrise. So fließen 200 Milliarden Euro Notenbankgelder an den Internationalen Währungsfonds (IWF), damit dieser europäischen Krisenstaaten aus der Patsche helfen kann. Beim neuen Euro-Pakt sind die 17 Euroländer an Bord, hinzu kommen bis zu 9 weitere Nicht-Euroländer. Diese müssen aber erstmal ihre Parlamente fragen.

7. Dezember 2011

Unmittelbar vor dem EU-Krisengipfel verdichten sich die Anzeichen, dass die Eurozone zur Linderung der Schuldenkrise eigene Wege geht. Angesichts des anhaltenden Widerstands einiger EU-Partner äußerte sich die Bundesregierung pessimistischer, dass es noch gelingen kann, auf dem EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag die gewünschte Reform im Rahmen der 27 Regierungen zu erreichen. Zugleich machten Deutschland und Frankreich klar, dass sie auf einem Vertrag bestehen werden, der die Haushaltsdisziplin in der Euro-Zone künftig verbindlich und einklagbar festschreibt. Der EU-Gipfel soll mit weitreichenden Beschlüssen dafür sorgen, dass das Vertrauen der Investoren in die Euro-Zone wiederkehrt.

5. Dezember 2011

Standard & Poor's Hauptquartier New York (Foto: dpa)

Letzter Warnschuss für Europa: Standard & Poor's senkt dden Ausblick

Standard & Poor's holt zum Rundumschlag in Europa aus: Die mächtige US-Ratingagentur droht Deutschland und praktisch allen anderen Euro-Ländern mit der Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit. In einem beispiellosen Schritt versieht S&P 15 Staaten mit einem negativen Ausblick, was binnen drei Monaten eine Herabstufung nach sich ziehen könnte. Die bisher mit der Top-Bonitätsnote AAA bewertete Deutschland könnte um eine Stufe abgewertet werden, teilte S&P am Montagabend mit. Die Agentur begründet den Schritt mit einer besorgniserregenden Entwicklung in der von der Schuldenkrise gebeutelten Euro-Zone.

30. November 2011

Die wichtigsten Notenbanken der Welt öffnen gemeinsam die Schleusen. Sie stellen den Banken mehr Geld zur Verfügung und kaufen damit der Politik Zeit. Die Aktion sorgt für ein Kursfeuerwerk an den weltweiten Börsen. Der deutschen Aktienindex DAX klettert um knapp fünf Prozent nach oben.

29. November 2011

Griechenland wird nach monatelangem Ringen um den weiteren Reformkurs des Landes wieder mit einem Milliardenkredit aus dem Rettungspaket versorgt. In Brüssel geben die Euro-Finanzminister grünes Licht für die Auszahlung der nächsten Kredittranche über acht Milliarden Euro. Die Auszahlung der Kredite war vor zwei Monaten gestoppt worden, nachdem die Troika von EU, Europäischer Zentralbank und EZB festgestellt hatten, dass Griechenland sich nicht an die Auflagen hält.

28. November 2011

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in der vergangenen Woche abermals etwas mehr Staatsanleihen kriselnder Euro-Länder gekauft. Sie habe Papiere im Wert von rund 8,6 Milliarden Euro am Sekundärmarkt erworben, teilte die EZB in Frankfurt mit. Seit Mai 2010 hat die Zentralbank damit Bonds im Gesamtwert von 203,5 Milliarden Euro aufgekauft. Die EZB begründet die Käufe mit der Stützung der Märkte, drückt aber mit der Intervention die Zinskosten von Euro-Problemländern wie Italien und Spanien. Das Vorgehen ist deshalb auch innerhalb der Zentralbank umstritten.

26. November 2011

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy machen einem Zeitungsbericht zufolge Druck bei einem neuen Euro-Vertrag. Möglichst bis Januar oder Februar sollte das neue Rahmenwerk stehen, berichtete die "Bild-Zeitung" unter Berufung auf diplomatische Kreise. Merkel und Sarkozy erwägen demnach auch, den neuen EU-Vertrag zunächst zwischen den Nationalstaaten zu schließen. Auf die EU-Kommission wollten sie notfalls keine Rücksicht nehmen.

23. November 2011

Gegen deutschen Widerstand schlägt die EU-Kommission die Einführung von Eurobonds vor. Behördenchef José Manuel Barroso präsentierte am Mittwoch in Brüssel erste Ideen für gemeinschaftliche europäische Staatsanleihen. Die Bundesregierung lehnt die gemeinsamen Anleihen ab. Kanzlerin Angela Merkel warnte im Berliner Bundestag vor einer Vergemeinschaftung der Schulden. Dies sei kein Weg, strukturelle Mängel der Währungsunion zu überwinden.

22. November 2011

Die Banken in der Eurozone müssen sich aus Mangel an Alternativen so viel Geld bei der Europäischen Zentralbank leihen wie seit zwei Jahren nicht mehr. Börsianern zufolge ist der Interbankenmarkt derzeit praktisch ausgetrocknet, weil das Misstrauen der Institute untereinander infolge der Schuldenkrise immer mehr zunimmt. "Es ist im Grunde noch schlimmer als zur Zeit der Lehman-Pleite 2008, weil die Staaten nun ebenfalls handlungsunfähig sind," so ein Händler.

21. November 2011

Die Schuldenkrise frisst sich immer tiefer ins Herz der Euro-Zone. Nach Italien und Spanien gerät nun Frankreich immer tiefer in den Abwärtsstrudel. Das zweitgrößte Euroland könnte sein Top-Rating AAA verlieren, falls die Refinanzierungskosten dauerhaft hoch bleiben und wegen der Konjunkturflaute den Haushalt belasten, warnt die Ratingagentur Moody's.

20. November 2011

Mariano Rajoy im Wahlkampf (Foto: picturealliance/dpa)

Wenigstens ein ehrliches Wahlversprechen: Die Zeiten für Spanien werden hart: Oppositionsführer Mariano Rajoy.

Die Schuldenkrise fordert ihr nächstes politisches Opfer: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Spanien erringt die konservative Volkspartei (PP) einen Erdrutschsieg. Die bisher regierenden Sozialisten von Premier José Luis Rodríguez Zapatero erleiden bei der - von der Schuldenkrise geprägten - Abstimmung ein Debakel historischen Ausmaßes. Der designierte Ministerpräsident Mariano Rajoy stimmt seine Landsleute auf harte Zeiten ein.

17. November 2011

Die Diskussion über die Rolle der EZB spitzt sich zu. Bundeskanzlerin Angela Merkel wehrt sich dagegen, die EZB zum letzten Garantiegeber für die Schulden der Euro-Länder zu machen.

16. November 2011

Österreich plant eine Schuldenbremse einzuführen. Die Ratingagentur Moody's stuft mehrere deutsche Landesbanken herab.

15. November 2011

Die Zinsen, die Frankreich und Belgien für zehnjährige Staatsanleihen zahlen müssen, erreichen Höchststände. Spanien muss die höchsten Zinsen für Anleihen seit 14 Jahren zahlen. Experten begründen das Misstrauen der Anleger vor allem mit den Problemen bei der Regierungsbildung in Italien. Indes gibt es gute Nachrichten aus Deutschland: Die Wirtschaft wuchs im dritten Quartal trotz der Schuldenkrise in Europa 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.

13. November 2011

Der ehemalige EU-Kommissar Mario Monti erhält vom italienischen Staatspräsidenten den Auftrag, eine neue Regierung zu bilden.

12. November 2011


Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi tritt zurück.

11. November 2011

Nach langem Gezerre wird die neue griechische Regierung unter dem früheren EZB-Vizepräsidenten Papademos vereidigt. Rating-Agentur Standard & Poor's stuft Frankreich versehentlich ab.

9. November 2011

Unter dem Druck der Finanzmärkte will Italien die geforderten Reformen deutlich schneller verabschieden. EU-Kommissionpräsident José Manuel Barroso warnt vor einer Spaltung der EU in die Eurozone und die zehn Nicht-Euro-Staaten.

8. November 2011

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi (Foto: picture alliance / dpa)

Es ist einsam um ihn geworden: Italiens Ministerpräsident Berlusconi

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi verliert eine Abstimmung im Parlament und stellt seinen Rücktritt in Aussicht. In Griechenland wird weiter um die Bildung einer neuen Regierung gerungen.

7. November 2011

Italien gerät an den Finanzmärkten immer stärker unter Druck. Für die zehnjährige Staatsanleihe muss das Land eine Rekordrendite von 6,7 Prozent zahlen. Die Finanzminister der Eurozone treffen sich in Brüssel. Sie fordern, dass sich die neue Übergangsregierung in Griechenland schriftlich zu den vereinbarten Spar- und Reformzielen bekennen soll. Erst dann soll die nächste Tranche fließen. Mit seiner neuen Anleihe stößt der Euro-Rettungsfonds EFSF auf geringes Interesse bei Investoren. Die Angebote liegen unter dem angepeilten Volumen von drei Milliarden Euro. Um das erste Papier des Rettungsfonds rissen sich Anfang Januar noch Investoren aus aller Welt.

6. November 2011

Der gordische Knoten scheint durchschlagen zu sein: Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou stellt sein Amt zur Verfügung und Oppositionschef Antonis Samaris verzichtet auf die Forderung nach sofortigen Neuwahlen. Eine Übergangsregierung wird nun gegründet.

5. November 2011

Der griechische Ministerpräsident Papandreou gewinnt die Vertrauensfrage im Parlament knapp und berät mit dem Staatspräsidenten das weitere Vorgehen.

4. November 2011

Wieder blickt Europa nach Athen: Ministerpräsident Papandreou stellt im Parlament die Vertrauensfrage. Erst kurz vor Mitternacht beginnt die Abstimmung.

3. November 2011

Die griechische Führung knickt angesichts des massiven Drucks der internationalen Geldgeber ein. Ministerpräsident Giorgos Papandreou zieht seinen umstrittenen Plan für eine Volksabstimmung über Milliardenhilfen und den dafür nötigen Sparkurs zurück. Der Regierungschef steht aber nun selbst vor dem Aus.

1. November 2011

Die Pläne eiines Referendums der griechischen Regierung über das Rettungspaket schickt die Börsen weltweit auf Talfahrt. Der deutsche Aktienindex DAX verliert fünf Prozent.

31. Oktober 2011

Der griechische Ministerpräsident George Papandreou hält eine Rede vor dem Parlament (Foto: AP/dapd)

Will sein Volk über das Rettungspaket abstimmen lassen: Ministerpräsident George Papandreou

Der griechische Premierminister Papandreou will sein Volk über den Euro-Rettungsplan für sein Land abstimmen lassen. Papandreou setzt damit alles auf eine Karte. Die EU ist überrascht, bekräftigt aber auch ihr Vertrauen in den Willen Athens, die Zusagen einzuhalten.

30. Oktober 2011

Die führenden Ratingagenturen bestätigen die Bestnote für den Rettungsschirm EFSF. Standard & Poor's, Moody's und Fitch sehen damit eine Pleite desEFSF nach wie vor als äußerst unwahrscheinlich an.

28. Oktober 2011

Klaus Regling, Chef des Euro-Rettungsfonds EFSF, wirbt in China um Investitionen. Die Chinesen geben ihm nur ausweichende Antworten. Das Bundesverfassungsgericht stoppt das neue neunköpfige Sondergremium des Bundestages zur Kontrolle des Rettungsschirmes. Bis zur Entscheidung über eine Klage von zwei SPD-Abbgeordneten muss die Bundesregierung für weitere wichtige Euro-Hilfsmaßnahmen die Zustimmung des gesamten Bundestages einholen.

27. Oktober 2011

Während die Gipfel-Ergebnisse von der internationalen Politik gelobt werden, zeigen sich Ökonomen skeptisch. BBundesbank-Chef Jens Weidmann kritisiert, dass die Hebelung des Rettungsfonds EFSF das Verlustrisiko des Staates vergrößere. Gleichzeitig warnt er davor, dass der Schuldenschnitt Griechenlands zu einem Nachlassen der Sparanstrengungen führen könnte. An den Finanzmärkten werrden die Brüsseler Beschlüsse mit einem Kursfeuerwerk gefeiert. Der DAX legt um über fünf Prozent zu.

26./27. Oktober 2011

Spät in der Nacht wird auf dem zweiten EU-Gipfel innerhalb von vier Tagen ein Schuldenschnitt für Griechenland beschlossen. Private Gläubiger verzichten auf 50 Prozent ihrer Forderungen. Zudem beschließen die Staats- und Regierungschefs ein weiteres Hilfspaket für Griechenland. Bis 2014 wird das Land zusätzlich 100 Milliarden Euro an Krediten erhalten. Weitere Gipfel-Entscheidungen: Systemrelevante europäische Banken müssen sich mit mehr Kapital ausstatten. Außerdem soll der Rettungsschirm EFSF durch Hebelung eine größere Wirkung erhalten. Wie genau das geschehen soll, bleibt vorerst unklar.

26. Oktober 2011

Der deutsche Bundestag gibt Kanzlerin Angela Merkel Rückendeckung für den EU-Gipfel, der noch am selben Abend in Brüssel beginnt. 503 von 596 anwesenden Abgeordneten im Bundestag stimmten am Ende für die Erweiterung des Rettungsschirms. 89 Parlamentarier votierten dagegen, vier enthielten sich.

24. Oktober 2011

Angela Merkel auf dem EU-Gipfel am 23. Oktober 2011 (Foto: picture alliance/dpa)

In Europa mächtig, zu Hause geschwächt durch das neue Rettungsfonds-Gesetz: Bundeskanzlerin Angela Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel informiert die Partei- und Fraktionsvorsitzenden der im Bundestag vertretenen Parteien über die Gipfel-Ergebnisse vom Sonntag. Nun wird doch der gesamte Bundestag am Mittwoch über den Euro-Rettungsfonds abstimmen, der durch Hebeltricks eine größere Schlagkraft erhalten soll. Nach dem neuen Rettungsfonds-Gesetz hätte eine Abstimmung im Haushaltsausschuss des Bundestages ausgereicht. Die EZB kauft weiter Anleihen kriselnder Euro-Staaten. Insgesamt hat die EZB seit Mai 2010 knapp 170 Milliarden Euro für Anleihe-Käufe ausgegeben.

23. Oktober 2011

Wie erwartet ist der Gipfel-Marathon ohne konkrete Ergebnisse zu Ende gegangen. Etliche Regierungen betonten zwar, man komme bei dem umfassenden Maßnahmenpaket gut voran. Entscheidungen etwa über Griechenland oder einen effektiveren Euro-Rettungsschirm sollen aber erst am Mittwoch (26.10.2011) fallen, wenn sich die 17 Euro- und die 27 EU-Regierungen erneut in Brüssel treffen. Der amtierende EU-Ratsvorsitzende, Polens Regierungschef Donald Tusk, berichtet von "dramatischen" Redebeiträgen inn der Diskussion. Jedem sei klar, dass in den kommenden Tagen über das Schicksal Europas entschieden werde.

21. Oktober 2011

In Brüssel hat mit einem Treffen der Euro-Finanzminister der dreitägige Verhandlungsmarathon zur Lösung der europäischen Schuldenkrise begonnen. Als erstes geben die Minister die nächste Milliarden-Tranche für Griechenland frei. Aus dem aktuellen Bericht der sogenannten Troika von IWF, EU und EZB geht hervor, dass Griechenland deutlich mehr Geld braucht und nicht vor 2021 wieder Geld an den Kapitalmärkten wird aufnehmen können.

20. Oktober 2011

Vor dem EU-Gipfel am Sonntag (23.10.2011) zeigen sich Deutschland und Frankreich uneins. Hintergrund ist ein Streit über die Frage, wie die Kraft des Rettungsschirms EFSF erhöht werden kann. Entgegen der Planung werde darüber nicht beim Gipfel am Sonntag entschieden, teilten beide Regierungen mit. Für die kommende Woche wurde bereits ein weiteres Gipfeltreffen vereinbart.

19. Oktober 2011

Wenige Tage vor dem entscheidenden EU-Gipfel eilt der französische Präsident Nicolas Sarkozy am Abend zu einem Blitzbesuch nach Frankfurt, um mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und der EZB den Streit über den Einsatz des Euro-Rettungsschirms EFSF auszuräumen. An den rund zweieinhalbstündigen Gesprächen am Rande der Verabschiedung von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet nahm unter anderem auch IWF-Chefin Christine Lagarde teil. Merkel und Sarkozy geben anschließend keinen Kommentar zu dem Ergebnis der Beratungen ab.

18. Oktober 2011

Als letzte der drei großen Ratingagenturen stuft Moody's spanische Staatsanleihen herab und versieht sie mit einem negativen Ausblick. Zugleich warnt Moody's Frankreich, es drohe ohne entschlossenen Sparkurs seine Bestnote AAA zu verlieren. Die Vorbereitungen auf den EU-Sondergipfel am 23. Oktober laufen auf Hochtouren. Erneut werden verschiedene Möglichkeiten der Hebelung und damit der Ausweitung des Rettungsfonds EFSF diskutiert.

17. Oktober 2011

Top-Ökonomen prophezeien: Frankreich könnte die Bestnote der Kreditwürdigkeit verlieren. Auch Deutschlands Position sei gefährdet. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel schlägt eine Aufspaltung der Banken in Investment-Banking und Kreditgeschäft vor. Finanzminister Wolfgang Schäuble zeigt sich offen für den Vorschlag.

15. Oktober 2011

Die führenden Industrienationen und Schwellenländer innerhalb der G20 setzen die Euro-Staaten massiv unter Druck. Die Schwellenländer wollen Europa helfen. Weltweit demonstrieren Hunderttausende gegen die Macht der Banken.

14. Oktober 2011

Die Ratingagentur Fitch droht mehreren Großbanken mit der Herabstufung ihrer Bonitäät. Auch die Deutsche Bank ist betroffen. Die Banken wehren sich gegen die Zwangskapitalisierung.

13. Oktober 2011

Die führenden Wirtschaftsinstitute Deutschlands korrigieren ihre Wachstumsprognose für 2012 drastisch nach unten. Statt 2,8 wird die deutsche Wirtschaft nächstes Jahr nur um 0,8 Prozent wachsen. Das slowakische Parlament stimmt im zweiten Anlauf für den erweiterten Rettungsschirm.

12. Oktober 2011

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso stellt Pläne zur erneuten Bankenrettung vor. Es wird befürchtet, dass einige Banken durch einen Schuldenschnitt Griechenlands in ernsthafte Schwierigkeiten geraten könnten.

11. Oktober 2011

Eine Kette aus Plastikbuchstaben bildet das Wort "EFSF"(Foto: dapd)

Europa lernt eine neue Abkürzung: EFSF steht für European Financial Stability Facility

Das slowakische Parlament stimmt gegen die EFSF-Erweiterung.

10. Oktober 2011

Der EU-Gipfel wird um eine Woche auf den 23. Oktober verschoben. Die belgisch-französische Bank Dexia wird teilverstaatlicht.

9. Oktober 2011

Ein Gesamtpaket zur Lösung der Krise wird Ende des Monats vorgelegt, das kündigen Angela Merkel und Niicolas Sarkozy nach einem Treffen in Berlin an.

8. Oktober 2011

Weltbank-Präsident Robert Zoellick wirft Angela Merkel "Durchwursteln" vor. Sie müsse stattdessen die Führungsrolle in der Krise zu übernehmen.

4. Oktober 2011

Die Bewegung "Occupy Wall Street" erhält immer mehr Zulauf. Die Proteste hatten am 17. September 2011 in New York begonnen.

29. September 2011

Der Bundestag billigt die EFSF-Erweiterung. Die Regierungskoalition erreicht dabei die sogenannte Kanzlermehrheit.

28. September 2011

Das Europaparlament verabschiedet die Verschärfung des Euro-Stabilitätspaktes, des sogenannten Sixpack.

26. September 2011

Die Koalition streitet weiter über die Ausweitung des Rettungsfonds EFSF.

20. September 2011

Die Ratingagentur Standard & Poor's stuft Italiens Kreditwürdigkeit von A+ auf A herab.

14. September 2011

Chinas Premierminister Wen Jiabao kündigt Hilfe für Europa und die USA an und knüpft sie an Bedingungen.

13. September 2011

Italien bittet China um Hilfe. Das Land bestätigt Berichte, wonach sich der italienische Finanzminister Giulio Tremonti in der vorangegangenen Woche mit dem Vorsitzenden des chinesischen Staatsfonds CIC Lou Jiwei getroffen hat.

12. September 2011

Wirtschaftsminister Philipp Rösler schließt eine geordnete Insolvenz Griechenlands nicht mehr aus und löst damit eine heftige Debatte aus.

7. September 2011

Das Bundesverfassungsgericht weist die Klagen gegen das Griechenland-Hilfspaket und den Euro-Rettungsschirm ab.

6. September 2011

Die Schweiz ächzt unter der Stärke ihrer Währung. Die Schweizerische Nationalbank kündigt eine Koppelung des Franken an den Euro an. Demnach soll ein Euro künftig mindestens 1,20 Franken kosten. Um diesen Kurs zu stützen, will die Notenbank unbegrenzt Devisen kaufen.

5. September 2011

Der Börsencrash auf Raten geht weiter. Der deutsche Aktienindex DAX schließt mit einem Minus von über fünf Prozent und erreicht mit 5246 Punkten ein neues Zwei-Jahres-Tief.

3. September 2011

Die Ratingagentur Standard & Poor's droht damit, die umstrittenen Eurobonds mit der Bonität des schwächsten Euro-Landes zu bewerten.

2. September 2011

Experten von IWF, EZB und EU-Kommission verlassen vorzeitig Griechenland. Sie werfen der Regierung vor, dass sie die vereinbarten Reformschritte nicht schnell genug umsetze. Athen hat nun zehn Tage Zeit, um den Haushaltsentwurf für 2012 nachzubessern. Die EU gibt die nächsten Tranchen für Irland und Portugal frei.

31. August 2011

Die Bundesregierung billigt die Ausweitung des Euro-Rettungsfonds EFSF.

16. August 2011

Nach ihrem Gipfeltreffen in Paris fordern Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Sarkozy die Gründung einer Wirtschaftsregierung der Eurozone. Zudem soll es eine Schuldengrenze für alle Euro-Länder geben. Die Einführung von Euro-Bonds ist vorerst vom Tisch.

15. August 2011

Die Europäische Zentralbank gibt bekannt, vergangene Woche für 22 Milliarden Euro Staatsanleihen von Euro-Ländern gekauft zu haben. Fachleute vermuten, dass es sich dabei um Anleihen Italiens und Spaniens handelt.

6. August 2011

Die Ratingagentur Standard & Poor's entzieht der größten Volkswirtschaft der Welt die Bestnote. Die Bonität der USA wird um eine Stufe von AAA auf AA+ gesenkt. Die US-Regierung wirft der Agentur Berechnungsfehler vor.

3. August 2011

Italien und Spanien geraten an den Finanzmärkten immer stärker unter Druck.

25. Juli 2011

Die Ratingagentur Moody's belässt die Bonität Griechenlands auf Ramsch-Niveau und senkt sie um drei Stufen weiter: von Caa1 auf Ca.

22. Juli 2011

Die Ratingagentur Fitch wertet die auf dem Sondergipfel beschlossene Beteiligung privater Gläubiger als zeitweisen Zahlungsausfall.

21. Juli 2011

Ein Sondergipfel der Euro-Staaten beschließt ein zweites Hilfspaket für Griechenland in Höhe von 109 Milliarden Euro. Auch private Gläubiger sollen einen freiwilligen Beitrag leisten. Zudem werden die Aufgaben des Rettungsfonds EFSF erweitert.

15. Juli 2011

US-Präsident Obama (Foto: AP)

Schuldenkrise: Auch in den USA ein großes Thema

Im Streit über die Schuldengrenze in den USA stellt Präsident Barack Obama den Parteispitzen im Kongress ein Ultimatum von 36 Stunden.

12. Juli 2011

Bei der Rettung Griechenlands ist den Euro-Finanzministern jedes Mittel recht. Auch ein Schuldenschnitt wird nicht mehr ausgeschlossen. Die Diskussion über Euro-Bonds geht weiter. Auch Irland wird von Moody's auf Ramsch-Niveau herabgesetzt.

7. Juli 2011

Die EZB dreht weiter an der Zinsschraube und erhöht den Leitzins auf 1,5 Prozent.

5. Juli 2011

Prozessbeginn in Karlsruhe: Das Bundesverfassungsgericht befasst sich mit den Klagen gegen das Hilfspaket für Griechenland und den Euro-Rettungsschirm. Als erste Ratingagentur stuft Moody's die Kreditwürdigkeit des hochverschuldeten Portugal auf Ramschstatus herunter.

2. Juli 2011

Die Finanzminister der Euro-Länder geben die fünfte Tranche des Hilfspakets für Griechenland mit einem Volumen von zwölf Milliarden Euro frei.

28. Juni 2011

Die französische Finanzministerin Christine Lagarde gewinnt das Rennen um den Chefposten des IWF.

27. Juni 2011

Rund 100 Familienunternehmer in Deutschland protestieren in einer gemeinsamen Erklärung gegen die Euro-Politik der Bundesregierung.

24. Juni 2011

Der Italiener Mario Draghi wird zum neuen Präsidenten der EZB ernannt.

21. Juni 2011

50 deutsche und französische Topmanager fordern in ganzseitigen Zeitungsanzeigen die Rettung des Euro.

17. Juni 2011

Nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy sagt Kanzlerin Angela Merkel: "Wir wünschen uns eine Beteiligung privater Gläubiger auf freiwilliger Basis."

13. Juni 2011

Die Ratingagentur Standard & Poor's senkt die Kreditwürdigkeit Griechenlands gleich um drei Stufen: von B auf CCC. Mit einem "D"-Status würde der Zahlungs- und Kreditausfall, somit die Pleite, festgestellt

10. Juni 2011

Der Bundestag stimmt für eine zweite Runde der Griechenland-Rettung. Die Regierungskoalition knüpft die Zustimmung aber an strenge Bedingungen. So fordert sie eine Beteiligung privater Geldgeber und einen strikten Privatisierungs- und Reformkurs in Griechenland.

8. Juni 2011

Finanzminister Wolfgang Schäuble fordert ein weiteres Hilfspaket und eine sanfte Umschuldung für Griechenland.

23. Mai 2011

Griechenland will mit der Privatisierung ernst machen. Häfen und Flughäfen sollen verkauft werden.

16. Mai 2011

Auch die Finanzminister der Eurozone geben grünes Licht für das Portugal-Hilfspaket. Sie nominieren zudem den italienischen Notenbankchef Mario Draghi als den neuen EZB-Chef.

12. Mai 2011

Der Bundestag stimmt dem Hilfspaket für Portugal zu.

9. Mai 2011

Die Ratingagentur Standard & Poor's senkt die Kreditwürdigkeit Griechenlands abermals: von BB- auf B. Griechische Staatsanleihen sind damit nur noch zwei Stufen von einer Bewertung als "extrem spekulative" Anlage mit substanziellem Ausfallrisiko entfernt.

4. Mai 2011

Das 78-Milliarden-Hilfspaket für Portugal steht.

2. Mai 2011

Der ehemalige Merkel-Berater Jens Weidmann tritt die Nachfolge des bisherigen Chefs der Bundesbank Axel Weber an.

26. April 2011

Auch Griechenland verkündet ein unerwartet hohes Haushaltsdefizit. 2010 beträgt die Haushaltslücke 10,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Bisher ging der IWF von einer Defizitquote von 9,6 Prozent des BIP aus.

24. April 2011

Neben Griechenland das zweite große Sorgenkind: Portugal. Im Bild: Premier Socrates

Portugal korrigiert sein Haushaltsdefizit für 2010 von 8,6 auf 9,1 Prozent des BIP.

18. April 2011

Die Ratingagentur Standard & Poor's stellt die Kreditwürdigkeit der USA in Frage. Sie behält zwar die Bestnote AAA für die USA bei, senkt den Ausblick aber von "stabil" auf "negativ".

8. April 2011

Die EU-Hilfen für Portugal sollen bis Mitte Mai feststehen. Von 80 Milliarden Euro ist die Rede.

7. April 2011

Die Europäische Zentralbank (EZB) leitet die Zinswende ein. Der Rat der EZB erhöht den Leitzins um 0,25 Punkte auf 1,25 Prozent.

6. April 2011

Als zweites Euro-Land kündigt Portugal an, Finanzhilfen aus dem Euro-Rettungsschirm zu beantragen.

25. März 2011

Die 27 EU-Staaten beschließen bei einem Gipfel in Brüssel ein umfangreiches Paket zur Sicherung des Euro. Der bisherige Rettungsfonds EFSF, der bis 2013 gilt, wird auf insgesamt 500 Milliarden Euro aufgestockt. Ab 2013 soll er dann von dem 700-Milliarden-Euro-Fonds ESM abgelöst werden.

10. März 2011

Brennender Euro-Schein (pictures4you-fotolia)

Die Krise weitet sich wie ein Buschfeuer aus

Auch Spanien wird von Moody's heruntergestuft: von Aa1 auf Aa2.

7. März 2011

Die Ratingagentur Moody's stuft die Bonität Griechenlands um drei Stufen herab: von Ba1 auf B1. Der Ausblick bleibt negativ.

23. Februar 2011

Erstmals in diesem Jahr protestieren die Griechen mit einem Generalstreik gegen die Sparmaßnahmen der Regierung. Es kommt zu gewalttätigen Ausschreitungen.

11. Februar 2011

Bundesbank-Chef Axel Weber kündigt seinen Rücktritt an. Sein Amt will er Ende April niederlegen.

25. Januar 2011

Die erste Anleihe des Euro-Rettungsschirms EFSF stößt auf eine starke Nachfrage von Investoren. Sie wird mehr als achtmal überzeichnet. Die Anleihe hat ein Volumen von fünf Milliarden Euro bei einer Laufzeit von fünfeinhalb Jahren.

18. Januar 2011

Die EU-Finanzminister streiten über die Ausweitung des Rettungsschirms.

1. Januar 2011

Musterschüler Estland wird das 17. Mitglied des Euro-Clubs. Die drei neuen europäischen Aufsichtsbehörden für die Banken (EBA), die Börsen (ESMA) und die Versicherungen (EIOPA) beginnen mit ihrer Arbeit.

21. Dezember 2010

Das spanische Parlament stimmt mit knapper Mehrheit dem Haushalt für 2011 zu, der eine drastische Senkung der Staatsausgaben vorsieht.

16. Dezember 2010

Der EU-Gipfel beschließt die Änderung des Lissabon-Vertrags, um einen dauerhaften Rettungsschirm für die Eurozone aufspannen zu können.

12. Dezember 2010

Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble lehnen die Idee der Euro-Bonds ab.

6. Dezember 2010

Kurz vor einem Finanzminister-Treffen der Euro-Länder schlägt der Chef der Eurogruppe Jean-Claude Junckeerr zum ersten Mal gemeinsame Anleihen der Euro-Staaten vor.

30. November 2010

Die Notenbank in Lissabon schlägt Alarm: Die Situation im Bankensektor sei wegen der zunehmenden Liquiditätsprobleme "ernst" und mache dringende Maßnahmen erforderlich.

29. November 2010

Griechenland bekommt Aufschub bei der Rückzahlung der Hilfsgelder. Erst nach siebeneinhalb Jahren ist die Rückzahlung fällig. Dafür muss Griechenland statt 5,5 genau wie Irland 5,8 Prozent Zinsen leisten. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble weist Spekulationen zurück, dass Portugal ebenfalls von der Pleite bedroht ist.

28. November 2010

Ein 85-Milliarden-Rettungspaket wird für Irland beschlossen. Davon steuert der IWF 22,5 Milliarden Euro bei.

26. November 2010

Auch das portugiesische Parlament verabschiedet einen umstrittenen Sparhaushalt für 2011.

24. November 2010

Die irische Regierung schnürt strikte Sparpläne.

21. November 2010

Bundesfinanzminister Wolfgang Schaeuble (CDU) (Foto:dapd)

Der Bundesfinanzminister bleibt stur

Als erstes Euro-Land will Irland nun doch unter den Rettungsschirm schlüpfen.

17. November 2010

Die EU-Staaten drängen Irland, Hilfe zu beantragen.

15. November 2010

Griechenland hatte 2009 ein Haushaltsdefizit von 15,4 Prozent des BIP, deutlich höher als bisher angenommen, berichtet die europäische Statistikbehörde Eurostat.

13. November 2010

Der irische Premier Brian Cowen dementiert Berichte, nach denen Irland EU-Hilfen beantragen muss.

3. November 2010

Die US-Notenbank Fed kündigt an, bis zum Ende des zweiten Quartals weitere Staatsanleihen im Wert von 600 Milliarden US-Dollar zu kaufen.

29. Oktober 2010

Der EU-Gipfel will einen dauerhaften Krisenmechanismus zum Schutz des Euro und dafür die EU-Verträge ändern.

18. Oktober 2010

Angela Merkel und Nicolas Sarkozy treffen sich im französischen Deauville. Paris unterstützt nun die von Berlin geforderte Änderung der EU-Verträge. Im Gegenzug macht Deutschland Kompromisse beim Automatismus der Sanktionen gegen die Defizitsünder.

6. Oktober 2010

Die Ratingagentur Fitch stuft Irland herab. "Die Herabstufung von Irland spiegelt diie außergewöhnlichen und unerwartet hohen fiskalischen Kosten im Zusammenhang mit der Sanierung der irischen Banken wieder, vor allem für die Anglo Irish Bank", begründet Fitch den Schritt.

2. Oktober 2010

Die Bundesregierung will Bonus-Zahlungen an Bankmanager in den Finanzinstituten begrenzen, die nur mit staatlicher Hilffe die Finanzkrise überlebt haben. China bietet Griechenland Hilfe an.

1. Oktober 2010

Deutschlands größte Bad Bank entsteht. So soll der Neustart der Immobilienbank HRE ermöglicht werden.

12. September 2010

Bankenaufseher einigen sich auf "Basell III". Demnach sollen die Banken durch eine höhere Eigenkapitalregelung krisenfester gemacht werden.

8. September 2010

Die griechische Wirtschaft ist im zweiten Quartal um 3,7 Prozent geschrumpft.

7. September 2010

Die EU-Finanzzminister beschließen die Gründung von drei zentralen Aufsichtsbehörden für Banken, Börsen und Versiicherungen. Damit soll die EU in Zukunft besser gegen Finanzkrisen gewappnet sein.

5. August 2010

Gute Nachricht für Athen: Das Land erfüllt die Auflagen und bekommt die zweite Tranche des Hilfspakets ausgezahlt.

23. Juli 2010

Die ersten Ergebnisse des Bankenstresstests sind bekannt. Von 14 deutschen Banken fällt nur die Hypo Real Estate durch.

21. Juli 2010

Die hart erkämpfte Finanzmarktreform in den USA tritt in Kraft.

7. Juli 2010

Das Europaparlament beschließt strenge Banker-Boni.

2. Juli 2010

Der Bundestag stimmt für ein Verbot ungedeckter Leerverkäufe.

26. Juni 2010

Die Teilnehmer des G-8-Gipfels können sich nicht über eine Finanztransaktionssteuer und eine Bankenabgabe einigen. Damit ist der Vorstoß von Bundeskanzlerin Angela Merkel für eine globale Vereinbarung gescheitert.

14. Juni 2010

Kanzlerin Angela Merkel trifft sich mit den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Beide sind sich einig über eine europäische Wirtschaftsregierung.

27. Mai 2010

Das spanische Parlament billigt ein drastisches Sparpaket.

17. Mai 2010

Der Euro fällt auf den tiefsten Stand seit 2006. Für einen Euro erhält man nur noch 1,23 Dollar.

12. Mai 2010

Griechenland bekommt die ersten 5,5 Milliarden Euro vom IWF.

10. Mail 2010

EU und IWF beschließen ein 750-Milliarden-Paket zur Stützung des Euro.

7. Mai 2010

Im Eilverfahren verabschieden Bundestag und Bundesrat das Gesetz zur Griechenland-Hilfe. Sie umfasst 110 Milliarden Euro. Davon stammen 80 Milliarden von den Euro-Ländern, 30 Milliarden vom IWF. Die Hilfe soll in mehreren Tranchen ausgezahlt werden.

5. Mai 2010

Bei Protesten gegen den Sparkurs der griechischen Regierung werden in Athen drei Menschen getötet.

28. April 2010

Die Rating-Agentur Standard & Poor's senkt auch die Kreditwürdigkeit Spaniens.

27. April 2010

Die Rating-Agentur Standard & Poor's stuft Athens Kreditwürdigkeit auf Ramschstatus (BB+/B) herunter.

26. April 2010

In den deutschen Medien wird die Griechenland-Debatte immer hitziger. Die Bild-Zeitung titelt: "Griechen-Pleite immer schlimmer - Wie viel Kohle stecken wir noch in das Land?" oder "Klüngel, Korruption, Familienbande - So funktioniert das System Griechenland".

23. April 2010

Griechenland bittet offiziell um Hilfe bei der EU und dem IWF. Das Hilfspaket für Griechenland wird beschlossen.

13. April 2010

Griechenland kann problemlos Anleihen platzieren, muss aber relativ hohe Zinsen zahlen.

11. April 2010

Die Euroländer einigen sich auf Details eines Rettungspakets für Griechenland. Von bilateralen Hilfen von bis zu 30 Milliarden Euro ist die Rede.

24. März 2010

Nach dem Willen von Bundeskanzlerin Angela Merkel soll die europäische Wachstumsstrategie das wichtigste Thema auf dem EU-Gipfel an den beiden kommenden Tagen sein, nicht Griechenlands Probleme. Schließlich drohe dem Land keine Zahlungsunfähigkeit, betont Frau Merkel.

21. März 2010

Griechenlands Premier Papandreou (Foto: AP)

Griechenlands Premier Papandreou muss schwierige Probleme lösen

Nach einem Spitzentreffen der Regierungskoalition im Kanzleramt machen Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble weiterhin keine konkreten Hilfszusagen für Griechenland.

15. März 2010

Die Länder der Eurozone arbeiten an einem Notfallplan für Griechenland. Frankreich macht Deutschland mitverantwortlich für die Defizite anderer Länder, da die Deutschen seit Jahren einen Handelsüberschuss erwirtschaften.

8. März 2010

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble sorgt mit seinem Vorschlag zur Gründung eines Europäischen Währungsfonds für Diskussion.

4. März 2010

In Portugal protestieren Staatsbedienstete gegen die Sparpläne der Regierung. Das Haushaltsdefizit beträgt 9,3 Prozent des BIP in 2009. In Spanien klettert die Arbeitslosenquote auf 20 Prozent - ein Rekordhoch.

3. März 2010

Die griechische Regierung beschließt unter dem Druck der EU ein weiteres Sparpaket mit einem Umfang von 4,8 Milliarden Euro.

24. Februar 2010

Griechenlands Gewerkschaften rufen zum Generalstreik gegen die Sparpläne der Regierung auf - doch die Beteiligung ist eher mäßig.

13. Februar 2010

US-Investmentbanken wie Goldman Sachs und JP Morgan hätten Griechenland in den letzten zehn Jahren geholfen, das Ausmaß seiner Staatsverschuldung zu verschleiern, berichtet die "New York Times".

3. Februar 2010

Griechenland steht vor der Pleite. Die EU-Kommission stellt den griechischen Haushalt unter ihre Kontrolle.

2. Februar 2010

Die EU-Kommission drängt Griechenland zu einem schnellen Sparpprogramm. Bis Mai soll die Regierung in Athen die Gehälter im öffentlichen Dienst kürzen und Neueinstellungen stoppen.

13. Januar 2010

Finanzexperten des IWF treffen in Athen ein.

12. Januar 2010

Für einjährige Staatsanleihen muss Athen 2,2 Prozent Rendite zahlen – rund 1,3 Prozentpunkte mehr als im Oktober.

17. Dezember 2009

Tausende Menschen gehen in Griechenland auf die Straße, um gegen die Sparpläne der Regierung zu protestieren.

16. Dezember 2009

Nach Fitch senkt auch die Ratingagentur Standard & Poor's die Krreeddiitwürdigkeit Griechenlands auf BBB+.

15. Dezember 2009

Die Risikoprämien für griechische Staatsanleihen steigen weiter, nachdem der griechische Ministerpräsident Giorgios Papandreou Pläne zur Haushaltssanierung vorgelegt hat.

13. Dezember 2009

Der Internationale Währungsfonds (IWF) kündigt eine Sonderprüfung in Griechenland an. Der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou räumt den "Totalverlust der Glaubwürdigkeit" seines Landes ein.

8. Dezember 2009

Die Ratingagentur Fitch stuft die Kreditwürdigkeit Griechenlands herab. An den Finanzmärkten steigen die Risikoprämien für griechische Staatsanleihen.

5. November 2009

Die griechische Regierung kündigt für 2009 ein Haushaltsdefizit von 12,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) an.

16. Oktober 2009

Die neu gewählte sozialistische Regierung in Athen korrigiert das Haushaltsdefizit drastisch nach oben. Statt der von der abgewählten konservativen Regierung prognostizierten sechs Prozent werde das Budgetdefizit für 2009 mehr als zehn Prozent betragen. Die EU geht sogar von 13 Prozent aus. "Das Spiel ist aus - wir brauchen seriöse Statistiken", sagte Jean-Claude Juncker, Chef der Euro-Gruppe.

Autoren: ZD / AB / Bö / ML
Redaktion: IW / JW

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