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Nachrichten | 21.05.2012 | 15:00

Mindestens 90 Tote bei Bombenanschlag im Jemen

Ein Selbstmordattentäter hat bei der Probe für eine Militärparade in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa eine Bombe gezündet und mehr als 90 Menschen mit in den Tod gerissen. Mehr als 200 wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums verletzt. Ein Mann in Militäruniform habe sich mitten unter den Soldaten in die Luft gesprengt, hieß es in Polizeikreisen. Der Verteidigungsminister und der Stabschef waren nach Angaben von Militärvertretern zugegen, blieben aber unverletzt.

Gewalt in Syrien führt zu Ausschreitungen in Beirut

In der libanesischen Hauptstadt Beirut sind bei Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern der Opposition im benachbarten Syrien zwei Menschen ums Leben gekommen. Medienberichten zufolge wurden mindestens 18 Menschen verletzt. Die Unruhen in dem Nachbarland führen zunehmend auch zu Spannungen im Libanon. Der neuen Gewalt vorausgegangen war der Tod eines sunnitischen Geistlichen, der mit der Protestbewegung in Syrien sympathisiert hatte. Er war am Sonntag im Norden des Libanon von der Armee erschossen worden.    

NATO bestätigt Massive Hilfen für Afghanistan auch nach Abzug

Die NATO will nach dem Abzug der Kampftruppen aus Afghanistan Ende 2014 mit Milliarden-Zahlungen und Tausenden Ausbildern Ende 2014 Sicherheit und demokratischen Wiederaufbau am Hindukusch garantieren. Schon Mitte 2013 sollen die afghanischen Sicherheitskräfte in der Lage sein, die Führungsrolle bei Kampfeinsätze zu übernehmen. Zum Abschluss ihres zweitägigen Gipfels in Chicago lag den 28 Staats- und Regierungschef des Bündnisses eine entsprechende Beschlussvorlage zu den Hilfen vor. Umstritten ist aber noch der Schlüssel, nach dem die Kosten aufgeteilt werden. Für Ärger bei den Partnern sorgte das Ausscheren Frankreichs aus der Bündnissolidarität: Präsident François Hollande will die französischen Kampftruppen schon Ende 2012 nach Hause holen - zwei Jahre früher als in der Allianz vereinbart. -- In einer gemeinsamen Erklärung riefen die Teilnehmer Pakistan auf, die Versorgungsrouten für den Afghanistan-Einsatz "so schnell wie möglich" wieder zu öffnen.

Weitere Proteste gegen NATO-Gipfel in Chicago

In Chicago gehen die Proteste gegen den NATO-Gipfel weiter. Am zweiten und letzten Tag des Treffens wollen Demonstranten durch die Millionenstadt zur Zentrale des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns Boeing ziehen. Sie werfen dem US-Unternehmen und anderen Rüstungsherstellern vor, von Kriegen zu profitieren. Am Sonntag hatten bei der bislang größten Protestaktion Tausende zunächst friedlich gegen die NATO-Politik demonstriert. Danach kam es in der Nähe des streng gesicherten Konferenzzentrums des Militärbündnisses zu Ausschreitungen. Sicherheitskräfte lösten gewaltsam einen Block vermummter Demonstranten auf. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben mindestens 45 Demonstranten fest. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Putin besetzt Regierungsposten mit Vertrauten

Mit der Berufung zahlreicher Gefolgsleute in die neue russische Regierung hat Präsident Wladimir Putin seinem Konzept der staatlichen Lenkung der Wirtschaft Nachdruck verliehen. Für diese Politik stehen der neue Wirtschaftsminister Andrej Belousow und der im Amt bestätigte Finanzminister Anton Siluanow. Da auch Igor Schuwalow als erster stellvertretender Ministerpräsident mit Zuständigkeit für die Wirtschaft im Amt bleibt, dürfte Regierungschef Dmitri Medwedew große Schwierigkeiten haben, die von ihm angekündigten Wirtschaftsreformen umzusetzen. - Medwedew hatte noch am Wochenende auf dem G8-Gipfel in Camp David eine tiefgreifende Erneuerung der Regierung in Aussicht gestellt.

Ukraine: Strafprozess gegen Timoschenko verschoben

In der Ukraine ist der zweite Strafprozess gegen die ehemalige Regierungschefin Julia Timoschenko erneut verschoben worden. Die Erkrankung Timoschenkos mache eine Verhandlung unmöglich, erklärte der zuständige Richter. Timoschenko, die sich derzeit wegen Bandscheibenbeschwerden im Krankenhaus befindet, wird Steuerhinterziehung und Veruntreuung vorgeworfen. In einem ersten Strafprozess wurde sie zu sieben Jahren Haft verurteilt. In dem neuen Verfahren drohen der bereits Inhaftierten weitere zwölf Jahre. Beobachter sehen die Vorwürfe als politisch motiviert an. Der Strafprozess war vor gut einem Monat eröffnet und kurz darauf zum ersten Mal verschoben worden. Der neue Termin ist der 25. Juni.

Opel-Mitarbeiter in Bochum müssen weiter bangen

Die Zukunft des von der Schließung bedrohten deutschen Opel-Werks in Bochum bleibt unsicher. Es gebe keine Entscheidung für die Zeit nach 2014, sagte Unternehmenschef Karl-Friedrich Stracke bei einer Betriebsversammlung. Die Beschäftigten befürchten unter anderem, dass die Produktion des Modells Zafira von Bochum ins Stammwerk nach Rüsselsheim verlegt werden soll. Spekulationen hierzu wies Stracke auf der Versammlung allerdings zurück. Für die Zeit nach 2014 will das Management Ende Juni ein Konzept vorlegen. Der Betriebsrat des Werkes kündigte heftigen Widerstand gegen eine mögliche Schließung des Standorts an, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft verlangte auf der Versammlung Klarheit von der Unternehmensführung. Im Opel-Werk in Bochum sind derzeit knapp 3300 Menschen angestellt.

Tausende Obdachlose nach Erdbeben in Italien

Das Erdbebengebiet im Norden Italiens ist von mehreren Nachbeben erschüttert worden. Betroffen war erneut die Region Emilia Romagna. Die Nachbeben waren aber deutlich schwächer als die Erdstöße vom Wochenende, die schwere Schäden verursacht hatten. Sechs Menschen waren ums Leben gekommen. Mehrere tausend Personen mussten die Nacht in Zelten, Sporthallen oder Pensionen verbringen, weil ihre Häuser nicht mehr bewohnbar sind. In Ferrara wurde das Gefängnis vorsorglich evakuiert.

Bee-Gees-Sänger Robin Gibb gestorben

Der britische Popmusiker Robin Gibb ist tot. Nach Angaben seiner Familie erlag der Sänger der Gruppe Bee Gees einem langen Krebsleiden. Gibb wurde 62 Jahre alt. Sein Zwillingsbruder und Bandkollege Maurice war 2003 an einer Darmkrankheit gestorben. Die beiden hatten Anfang der 1960er Jahre mit Bruder Barry das erfolgreiche Bee-Gees-Trio gegründet und ihren unverwechselbaren Disco-Sound geformt. Ihre Songs wie "Stayin' Alive" und "Massachusetts" werden bis heute gespielt. Die Bee Gees verkauften mehr als 200 Millionen Platten.

Hertha legt Berufung gegen DFB-Urteil ein

Das unter skandalösen Umständen zu Ende gegangene Bundesliga-Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC soll nicht wiederholt werden - zumindest vorerst. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wies den Einspruch von Hertha BSC gegen die Wertung des Relegationsrückspiels bei Fortuna Düsseldorf (2:2) als "unbegründet" zurück. Laut erster Instanz sind die Berliner damit abgestiegen, während die Fortuna nach 15 Jahren in die Bundesliga zurückkehrt. Allerdings kündigte die Hertha umgehend an, das DFB-Bundesgericht anzurufen. Nun wird es wohl am Mittwoch zu einer weiteren Verhandlung kommen. -- Danach wäre ein Gang vor das DFB-Schiedsgericht möglich. Selbst der Internationale Sportgerichtshof CAS könnte theoretisch noch eine Rolle in der Auseinandersetzung spielen.

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