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Nachrichten | 21.05.2012 | 04:00

NATO-Gipfel startet europäisches Raketenschild

Die NATO hat auf ihrem Gipfeltreffen in Chicago die erste Stufe ihrer europäischen Raketenabwehr offiziell in Dienst gestellt. Eineinhalb Jahre nach dem Grundsatzbeschluss von Lissabon erklärten die Staats- und Regierungschefs der 28 NATO-Staaten nun die vorläufige Einsatzbereitschaft, wie aus Diplomatenkreisen verlautete. Zugleich lud die NATO Russland, das seine nationalen Sicherheitsinteressen verletzt sieht, erneut zur Mitarbeit ein. Bis 2020 wird der Schild schrittweise aufgebaut und soll dann das gesamte europäische NATO-Territorium gegen Raketenangriffe schützen können. In einem ersten Schritt wurde ein in der Türkei stationiertes Frühwarnradar mit Abfangraketen auf einem US-Kreuzer im Mittelmeer vernetzt und die Arbeit in der Kommandozentrale auf dem NATO-Stützpunkt im deutschen Ramstein aufgenommen. Das Militärbündnis vereinbarte außerdem eine besonders enge Kooperation bei mehr als 20 Projekten. Damit sollen angesichts knapper Verteidigungsbudgets militärische Fähigkeiten geschaffen werden, die für einzelne Staaten zu teuer sind.

NATO gegen Eile beim Afghanistan-Abzug

Die NATO hält trotz des vorzeitigen Abzugs französischer Truppen aus Afghanistan an ihrem Zeitplan für das Ende des Kampfeinsatzes 2014 fest. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen erklärte beim Gipfel des Militärbündnisses in Chicago, Strategie, Ziel und Zeitplan für die ISAF-Truppen seien unverändert. Es werde keinen "Wettlauf zum Ausgang" geben. Frankreichs Präsident Francois Hollande erklärte, es gebe eine gemeinsame Abmachung des Militärbündnisses. Die französischen Kampftruppen würden bis Ende des Jahres aus Afghanistan abgezogen, Ausbilder für einheimische Sicherheitskräfte blieben noch dort. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Guido Westerwelle übten Kritik an Hollandes Plan. Zum Abschluss des bisher größten NATO-Gipfels berät das Bündnis an diesem Montag darüber, wie die afghanischen Sicherheitskräfte ab 2015 finanziert werden sollen.

Tausende Demonstraten protestieren gegen NATO-Gipfel

Tausende Kriegsgegner haben in Chicago gegen den dort stattfindenden NATO-Gipfel demonstriert. Am Rande des friedlichen Protests brach kurzzeitig Gewalt aus, als eine kleine Gruppe schwarz gekleideter Aktivisten mit Gegenständen auf die Polizei warf. Die Beamten setzten daraufhin Schlagstöcke ein und es kam zu Rangeleien. Auch in der Nacht zum Sonntag war es zu gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen, bei denen nach Polizeiangaben 18 Personen festgenommen wurden. Hunderte Aktivisten hatten sich in der Innenstadt Straßenschlachten mit der Bereitschaftspolizei geliefert. Die Sicherheitskräfte brauchten Stunden, um die Demonstranten auseinander zu treiben, und setzten dabei berittene Polizisten ein.

Fatah und Hamas unternehmen weiteren Schritt in Richtung Aussöhnung

Die beiden rivalisierenden Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas haben sich nach eigenen Angaben auf einen neuen Zeitplan für gemeinsame Wahlen geeinigt. Unter ägyptischer Vermittlung unterzeichneten beide Seiten in Kairo eine Vereinbarung, nach der die palästinensische Wahlkommission am 27. Mai ihre Arbeit aufnehmen soll. Die ägyptischen Geheimdienste bestätigten die Vereinbarung in einer Erklärung. Eine innerhalb von zehn Tagen gebildete Übergangsregierung soll anschließend die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen organisieren, die sowohl im Westjordanland als auch im Gazastreifen stattfinden sollen. - Nach den Wahlen 2006 vertrieb die Hamas die Fatah aus dem Gazastreifen und regierte seitdem den bevölkerungsreichen Küstenabschnitt, während die Fatah weiterhin das Westjordanland regierte. Zuletzt waren die Versöhnungsbemühungen zwischen den Gruppen ins Stocken geraten.

Aktivisten: Viele Tote in syrischer Provinz Hama

Syrische Regierungstruppen haben laut Menschenrechtsaktivisten eine Ortschaft in der syrischen Provinz Hama beschossen und mindestens 16 Menschen getötet. Unter den Opfern in Suran seien auch drei Kinder, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die syrische Armee habe die Stadt bombardiert und danach gestürmt, hieß es. In anderen Landesteilen seien fünf weitere Menschen getötet worden. Hama gilt als eines der Zentren des Aufstands gegen Syriens Präsident Baschar al-Assad, der vor mehr als einem Jahr begann. Laut Menschenrechtsorganisationen wurden in dem Konflikt seitdem mehr als 12.000 Menschen getötet.

Serbien: Nikolic siegt knapp bei Stichwahl um Präsidentenamt

In der Stichwahl um das Präsidentenamt in Serbien hat sich der nationalistische Kandidat Tomislav Nikolic gegen den europafreundlichen Amtsinhaber Boris Tadic durchgesetzt. Wie das Belgrader Zentrum für Freie Wahlen und Demokratie (CeSID) mitteilte, entfielen auf Herausforderer Nikolic von der Serbischen Fortschrittspartei 49,4 Prozent der Stimmen, während Tadic 47,4 Prozent erhielt. Die offizielle Bestätigung wird für diesen Montag erwartet. Prognosen und Umfragen vor der Wahl hatten noch Tadic von der Demokratischen Partei vorn gesehen. Lediglich die Hälfte der 6,8 Millionen Wahlberechtigten ging zur Urne. Der 54 Jahre alte Tadic räumte seine Niederlage nach Schleißung der Wahllokale ein und beglückwünschte den 60-jährigen Nikolic zu dessen "verdientem Sieg". Dieser bekannte sich zur europäischen Integration Serbiens. 

G8-Staaten bei Finanzversprechen für Hungernde in Verzug

Den Ländern der G8 läuft bei ihren Hilfsversprechen im Kampf gegen den Hunger in der Welt die Zeit davon. Bis 2013 wollten die sieben wichtigsten Wirtschaftsnationen und Russlands (G8) zusammen mit Dritten 22 Milliarden US-Dollar für sichere Ernährung und Landwirtschaft ausgeben. Bisher wurden davon weniger als 60 Prozent ausgezahlt. Das teilte die acht führenden Industrienationen nach dem jüngsten Gipfel in den USA mit. Die G8 hatte das Versprechen 2009 beim Gipfel im italienischen L'Aquila abgegeben. Bis jetzt haben nur Kanada, Italien und Großbritannien ihren Anteil erfüllt, Deutschland will seine Zusagen ebenfalls einhalten. Dagegen hat Japan laut dem Rechenschaftsbericht nur ein Zehntel der Gelder fließen lassen. Die USA ist bisher mit knapp einem Viertel dabei.

Bee-Gees-Sänger Robin Gibb gestorben

Der britische Popmusiker Robin Gibb ist tot. Nach Angaben seiner Familie erlag der Sänger der Gruppe Bee Gees einem langen Krebsleiden. Gibb wurde 62 Jahre alt. Sein Zwillingsbruder und Bandkollege Maurice war 2003 an einer Darmkrankheit gestorben. Die beiden hatten Anfang der 1960er Jahre mit Bruder Barry das erfolgreiche Bee-Gees-Trio gegründet und ihren unverwechselbaren Disco-Sound geformt. Ihre Songs wie "Stayin' Alive" und "Massachusetts" werden bis heute gespielt. Die Bee Gees verkauften mehr als 200 Millionen Platten.

Eishockey: Russland zum 26. Mal Weltmeister

ZUM SPORT: Rekordweltmeister Russland hat sich bei der Eishockey-WM in Schweden und Finnland zum 26. Mal die Goldmedaille gesichert. Das Team um die Superstars Jewgeni Malkin und Alexander Owetschkin setzten sich im Finale in Helsinki gegen Außenseiter Slowakei mit 6:2 durch. Bronze hatte zuvor der zwölfmalige Weltmeister Tschechien durch ein 3:2 gegen Co-Gastgeber Finnland gewonnen. Deutschland war bei der WM bereits in der Vorrunde ausgeschieden. 

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