Vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hat der Prozess gegen den früheren Armeechef der bosnischen Serben, Radko Mladic, begonnen. Der 70-jährige Ex-General muss sich für die schlimmsten Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg verantworten. Die Anklage wirft ihm Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Krieges vor. Er soll für den Tod von Zehntausenden von Menschen, für die Vertreibung Hunderttausender und für grausame Gefangenenlager verantwortlich sein. Als Oberbefehlshaber soll er zudem die Erstürmung der unter UN-Schutz stehenden Enklave Srebrenica im Juli 1995 angeordnet haben. Damals erschossen Kämpfer der bosnischen Serben etwa 8000 muslimische Männer und Jungen. Mladic war erst im vergangenen Jahr im Norden Serbiens festgenommen worden. - Beobachter gehen davon aus, dass bis zu einem Urteil drei Jahre vergehen können.
Deutschland und Afghanistan wollen ihre Zusammenarbeit auf eine neue Grundlage stellen. Dazu unterzeichneten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident Hamid Karsai in Berlin ein Partnerschaftsabkommen. Es soll unter anderem die deutsche Hilfe bei Ausbildung und Wiederaufbau sowie die wirtschaftliche Zusammenarbeit regeln. Eine ähnliche Vereinbarung hat Afghanistan schon mit den USA geschlossen. Merkel sprach von einem "Meilenstein" in den Beziehungen zwischen beiden Ländern. Deutschland fühle sich dauerhaft einer guten Entwicklung in Afghanistan verpflichtet. Merkel kündigte an, nach dem Abzug der Truppen 2014 etwa 150 Millionen Euro pro Jahr zur Finanzierung der afghanischen Sicherheitskräfte zur Verfügung zu stellen.
Nach dem endgültigen Scheitern der Bemühungen zur Bildung einer handlungsfähigen Koalitionsregierung in Griechenland ist Staatspräsident Karolos Papoulias mit den Vorsitzenden der wichtigsten Parteien zu Gesprächen über eine Interimsregierung zusammengekommen. Bei dem Treffen sollen die Formalitäten für die Bildung einer Übergangsregierung aus Experten geklärt werden. Auch der Termin für Neuwahlen soll festgelegt werden, als wahrscheinlich gilt der 17. Juni. Verfechter und Gegner der mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Sparmaßnahmen hatten sich seit der Wahl vor anderthalb Wochen nicht auf einen gemeinsamen Kurs einigen können. Eine Abkehr von den Sparbemühungen könnte für Griechenland dramatische Folgen haben. In einem solchen Fall würden wohl die Hilfszahlungen von IWF und EU gestoppt, das Land stünde vor der Staatspleite.
Deutschland und Frankreich wollen in der Europapolitik weiterhin eng zusammenarbeiten. Das bekräftigten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der neue französische Präsident François Hollande in Berlin. So wollen beide Länder beim EU-Gipfel Ende Juni gemeinsame Vorschläge für mehr Wachstum im Euro-Raum präsentieren. Außerdem zeigten sich Merkel und Hollande einig, dass das hoch verschuldete Griechenland weiterhin unterstützt werden und in der Eurozone bleiben soll. Der Sozialist Hollande war nur wenige Stunden nach seiner Amtseinführung im Pariser Elysée-Palast zum Antrittsbesuch nach Berlin gereist. - Er traf dort allerdings erst mit Verspätung ein, weil sein Flugzeug vom Blitz getroffen wurde und wieder umkehren musste. Hollande stieg daraufhin in eine andere Maschine um und brach erneut Richtung Deutschland auf.
Die Vereinten Nationen haben Berichte über einen Angriff auf Angehörige ihrer Beobachtermission (UNSMIS) in Syrien bestätigt. Ein Konvoi mit vier UN-Fahrzeugen sei am Dienstag bei Chan Scheichun nahe der Stadt Hama von der Explosion eines Sprengsatzes getroffen worden, teilte eine UN-Sprecherin in Genf mit. Alle sechs Mitarbeiter der UN-Mission seien unverletzt geblieben. Es seien aber drei UN-Fahrzeuge beschädigt worden. Über die Angreifer machten die UN keine Angaben. - Deutschland wird sich nach Angaben aus Regierungskreisen mit bis zu zehn Soldaten an der Syrien-Mission der Vereinten Nationen beteiligen.
Die Zuwanderung nach Deutschland ist im vergangenen Jahr unter anderem durch viele Zuzüge aus europäischen Krisenländern auf den höchsten Stand seit 1996 gestiegen. Im Jahr 2011 seien fast 960.000 Menschen zugezogen und damit 160.000 oder 20 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Die höchsten Zuwachsraten bei der Einwanderung gab es bei Griechen und Spaniern. Aus Griechenland kamen mit 11.000 Menschen 90 Prozent mehr Zuwanderer als 2010. Aus Spanien kamen 7.000 Menschen, gut doppelt so viele wie im Vorjahr. - Ihren Wohnsitz in Deutschland aufgegeben haben im vergangenen Jahr knapp 680.000 Personen.
Der mexikanische Schriftsteller Carlos Fuentes ist tot. Er starb unerwartet im Alter von 83 Jahren in Mexiko-Stadt. Fuentes gehörte zu den Großen der spanischsprachigen Gegenwartsliteratur. Zu seinen bekanntesten Romanen gehören "Landschaft in klarem Licht" und "Der Tod des Artemio Cruz". Wie viele mexikanische Dichter setzte er sich in seinem Schaffen in erster Linie mit der Geschichte seines Landes auseinander, um dessen Vergangenheit zu analysieren und diese scharf mit der Gegenwart zu konfrontieren. Nach Aussage seines Arztes starb Fuentes an einer inneren Blutung. In ersten Medienberichten war zunächst von einem Herzschlag als Todesursache die Rede gewesen.
ZUM FUSSBALL: Hertha BSC Berlin erwägt, nach dem von chaotischem Fanverhalten überschatteten Relegationsrückspiel bei Fortuna Düsseldorf um den letzten vakanten Platz in der ersten Liga, Protest einzulegen. Die Spieler hätten Todesangst gehabt, als kurz vor Ende der Nachspielzeit Hunderte Fans auf das Spielfeld stürmten. Es kam fast zum Spielabbruch. Bereits vorher hatte die Partie zweimal unterbrochen werden müssen, weil Feuerwerkskörper auf das Spielfeld geflogen waren. Die Düsseldorfer machten mit dem 2:2-Unentschieden gegen Hertha ihren Aufstieg in die erste Liga perfekt. Das Hinspiel hatten die Berliner mit 1:2 zu verloren.