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  • Körperkunst

    Tattoos

    Körperkunst

    Ein Tattoo wird man so schnell nicht wieder los. Die Farbe wird unter die Haut gespritzt, Mediziner warnen vor Gesundheitsschäden. Deutschland will Gesetze dazu jetzt verschärfen. Der Kult ums Tattoo ist dagegen ungebrochen. Ein Extrembeispiel ist der Kanadier Rick Genest alias "Zombie Boy". Seine leichenhaften Tätowierungen haben ihn berühmt gemacht.

  • Ursprung

    Tattoos

    Ursprung

    Vielleicht hat sich "Zombie Boy" von diesem weit entfernten Vorfahren inspirieren lassen: Die "Prinzessin von Ukok" wurde 1993 in Südwest-Sibirien gefunden. Die mehr als zweitausend Jahre alte Mumie ist großflächig tätowiert. Und sie ist nicht das älteste Zeugnis dieser Körperkunst.

  • Südsee

    Tattoos

    Südsee

    Schon seit Jahrtausenden tätowieren sich Menschen auf der ganzen Welt, die Ursprünge dieses Brauchs liegen im Dunkeln. In Chile wurde eine 7000 Jahre alte Mumie mit Tätowierungen gefunden. In der Südsee hat sich dieses Ritual bis heute erhalten. In Französisch-Polynesien lassen sich Männer immer noch traditionelle Gesichts-Tattoos stechen. Auch die Maori in Neuseeland haben ähnliche Bräuche.

  • Japan

    Tattoos

    Japan

    Eine große Tattoo-Tradition hat auch Japan. Großmeister wie Horiyoshi stechen ihre Tattoos noch auf althergebrachte Weise ohne elektrische Hilfsmittel. Kriminelle wurden dort früher mit Tätowierungen gebrandmarkt. Sie wurden später ein Erkennungszeichen für die mafia-ähnliche Gruppierung "Yakuza". Tätowierungen waren in Japan noch bis 1948 verboten.

  • Zentralamerika

    Tattoos

    Zentralamerika

    Die Tradition des Knasttattoos gibt es heute immer noch, es ist ein weltweites Phänomen. Bekannt geworden ist zum Beispiel die tätowierte Knastträne. Aber auch Gangs nutzen den Körperschmuck, um ihre Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen zu zeigen. Tätowierte Mitglieder der "Mara-18-Bande" müssen in El Salvador ihre Haftstrafe absitzen.

  • Nationalsozialismus

    Tattoos

    Nationalsozialismus

    Die Nationalsozialisten benutzten die Tätowier-Technik, um Gefangene in Konzentrationslagern zu kennzeichnen. Dem Auschwitz-Überlebenden Werner Bab wurde die Nummer 186857 auf den Unterarm gestochen.

  • Nachkriegszeit

    Tattoos

    Nachkriegszeit

    In den 1950er Jahren gingen häufig Matrosen in die Tätowierstuben. Sie waren vor allem in der Nähe der großen Häfen zu finden. Im Hamburger Stadtteil St. Pauli hat sich ein solches Studio bis heute gehalten. Matrosen kommen immer noch, aber die Tattoos sind längst gesellschaftsfähig geworden.

  • Modetrends

    Tattoos

    Modetrends

    Als abschreckendes Beispiel für die zunehmende Verbreitung von Tattoos gilt das als "Arschgeweih" stigmatisierte Motiv im unteren Rückenbereich. In den 90er Jahren noch stark im Trend, wurde es in den Folgejahren von vielen als peinlich empfunden. Die ukrainische Leichtathletin Tetiana Petlyuk steht nach wie vor dazu, hier auf einem Sportfest im Berliner Olympiastadion.

  • Tattoos

    "Freaks"

    Andere Menschen hören bei einem Tattoo noch lange nicht auf. Der Körperschmuck kann zu einer Obsession werden. Maria Jose Cristerna ist eine mexikanische Tattoo-Künstlerin. Sie sagt, sie habe sich als Vampir neu erfinden wollen.

  • Etablierung

    Tattoos

    Etablierung

    Bettina Wulff, die "First Lady" an der Seite von Bundespräsident Christian Wulff, lässt es da gelassener angehen. Ein Tattoo ziert ihren rechten Oberarm. Sie steht zu ihrem Körperschmuck. Einem Klatschmagazin sagte sie: "Es ist schon so viel darüber geschrieben worden, warum soll ich es verstecken?"

  • Kreativität

    Tattoos

    Kreativität

    Falls Frau Wulff sich in ihrer Heimatstadt Hannover einmal verlaufen sollte, könnte sie Britta Oelschlaeger um Hilfe bitten. Die junge Frau hat sich vor einigen Jahren einen Stadtplan von Hannover tätowieren lassen. Allerdings ist es ein historischer Plan aus dem Jahr 1896.
    Der Kreativität sind bei der Auswahl von Motiven keine Grenzen gesetzt.

  • Stichtag

    Tattoos

    Stichtag

    Allerdings sollte man die Schmerzen beim Tattoo-Stechen nicht unterschätzen. Je nach Körperstelle kann man mehr oder weniger deutlich erfahren, was ein "stechender Schmerz" ist. Dieser Kunde auf einer Tattoo-Convention in Peking ist offenbar überrascht.

  • Fan-Kult

    Tattoos

    Fan-Kult

    Ebenfalls schreiend ist Fußball-Trainer Jürgen Klopp vom Bundesligisten Borussia Dortmund anzutreffen, auf der Haut eines Fans. Martin Hüschen hatte sich das Tattoo mit der Meisterschale 2010 mitten im Bundesliga-Endspurt stechen lassen. Eine optimistische Entscheidung, doch er behielt Recht: Dortmund wurde kurz darauf tatsächlich Meister.

  • Fußball

    Tattoos

    Fußball

    Nicht nur einige Fans, auch viele Fußballspieler selbst neigen offenbar überdurchschnittlich häufig dazu, ihre Körper mit Farbe zu überziehen. Eines der bekanntesten Beispiele: Englands David Beckham. Und wer ein Tattoo oder gleich mehrere hat, der zeigt es im Allgemeinen auch gern.

  • Musik und Rebellion

    Tattoos

    Musik und Rebellion

    Besonders infiziert vom Tattoo-Virus ist die Welt der Rock-Musik. Hier geht es häufig um Selbstdarstellung, und Tattoos helfen ungemein dabei, die entsprechende Einstellung von Rebellion und Nonkonformität zum Ausdruck zu bringen. Die 2011 verstorbene Sängerin Amy Winehouse war nicht nur wegen ihrer Ausnahmestimme berühmt, sondern auch wegen ihres Styles, zu dem auch viele Tattoos gehörten.

  • Entfernung

    Tattoos

    Entfernung

    Andere Menschen wollen ihre Jugendsünden und Leichtsinnigkeiten später gern wieder loswerden. Mittlerweile kennt die Medizin einige Möglichkeiten, zum Beispiel das Lasern. Die Spätfolgen solcher Behandlungen sind aber noch nicht absehbar. Losgelöste Farbpartikel wurden schon in Lymphknoten gefunden, und Mediziner sehen sowohl beim Tätowieren als auch beim Entfernen von Tattoos einige Risiken.

  • Entscheidung fürs Leben

    Tattoos

    Entscheidung fürs Leben

    Für viele ist ein Tattoo deshalb immer noch eine Entscheidung für ein ganzes Leben. Tattookünstler Herbert Hoffmann - 2010 im Alter von 91 Jahren gestorben - machte das Tätowieren zu seiner Lebensaufgabe und stellte seine Werke in renommierten Galerien aus. (Autor: Klaus Jansen / Redaktion: Andrea Lueg)