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Fokus Südosteuropa

Drei Länder für eine Fußball-EM

Bosnien-Herzegowina, Serbien und Kroatien möchten die Fußball-Europameisterschaft 2020 ausrichten. Sie wissen, dass das eine große Herausforderung ist, sind aber optimistisch. Doch noch ist es nicht mehr als eine Idee.

Ein Ball mit Wappen von Bosnien, Serbien und Kroatien (Foto: DW/Bilderbox)

Wo wird die Fussball-EM 2020 stattfinden?

Es gibt einige Länder, die die Europameisterschaft (EM) in zehn Jahren gerne ausrichten möchten: Bulgarien und Rumänien. Tschechien und die Slowakei. Irland, Schottland und Wales. Der Präsident des serbischen Fußballverbandes, Tomislav Karadzic, hat aber gute Gründe dafür, dass die Meisterschaft in Serbien, Bosnien-Herzegowina und Kroatien stattfinden sollte: Viele Mitglieder der UEFA, der Vereinigung Europäischer Fußballverbände, lebten und arbeiteten in der Region, sagt er. Für die UEFA wäre es eine sehr gute Entscheidung und der serbische Fußballverband würde diese Idee unterstützen.

Mit viel Optimismus

Stadion Maksimir in Zagreb (Foto: wikipedia.de)

Das Stadion Maksimir in Zagreb

Fußballvertreter aller drei Länder wissen, dass auf ihre Länder große Herausforderungen warten, wenn sie die EM ausrichten würden. Die Infrastruktur müsste verbessert werden, die Stadien aufgerüstet – das würde viel Geld kosten. "Das wären keine symbolischen Summen, aber die Investitionen würden sich lohnen. Wir würden nicht nur die Sportinfrastruktur renoviert bekommen, sondern würden auch Geld verdienen", sagt der Generalsekretär des kroatischen Fußballverbandes Zorislav Srebric. Ohne die Unterstützung der Regierungen sei das nicht möglich.

Kroatien könnte wahrscheinlich die Stadien in Zagreb, Split, Rijeka und Osijek für die Europameisterschaft anbieten. In Serbien würden das Stadion Marakana und das Stadion von Partizan-Belgrad zur Verfügung stehen. Die schlechteste Infrastruktur hat derzeit Bosnien-Herzegowina. Der Vorsitzende des Fußballverbandes Sulejman Colakovic ist dennoch optimistisch. "Das ist vielleicht eine Chance, dass Sarajevo ein neues Kosevo-Stadion bekommt. Es gibt noch Stadien in Bilino Polje, Siroki Brijeg, in Banja Luka. Sport ist ein Wunder und diese Idee ist ausgezeichnet", sagt er.

Die UEFA selbst hat sich noch nicht zu dieser Idee geäußert, "weil es noch nur um eine Idee geht", sagt ein Sprecher von UEFA.

Fußball als verbindendes Element

Das Stadion Marakana, Roter Stern Belgrad (Foto: DW)

Das Stadion Marakana, Roter Stern, in Belgrad

Trotz allem: Die Fußballvertreter der drei Länder glauben, dass Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Serbien gemeinsam eine Europameisterschaft organisieren könnten. "Wenn FIFA und UEFA unsere gegenwärtige sportliche und politische Wirklichkeit sehen wollen und wenn sie unsere hässliche Vergangenheit mit in Betracht ziehen, dann wären wir sehr ernsthafte Kandidaten. Es gibt noch eine andere Botschaft: Sport verbindet und bringt die Menschen zusammen", sagt der Präsident des Fußballverbandes aus Bosnien-Herzegowina, Sulejman Colakovic. Zorislav Srebric fügt hinzu: "Es geht um eine große Veranstaltung, die keine Fußballverband ohne logistische Unterstützung ihrer Regierung organisieren kann."

Aus Fehlern der anderen lernen

Das serbische Ministerium für Sport weist darauf hin, dass Sport eine Gesellschaft positiv beeinflussen und verwandeln könne, wie das Beispiel Südafrika beweist. "Ich denke, dass es keine politische Hindernisse mehr gibt und dass das ein integrativer Faktor sein könnte. Ich kann es kaum abwarten, die Erfahrungen der Ukraine und Polens zu sehen. Wir werden dann eine Analyse machen und Gutes bei uns anwenden", sagt die Ministerin für Sport und Jugend, Snezana Samardzic. In Polen und der Ukraine findet die Europameisterschaft 2012 statt.

Autoren: Samir Huseinovic / Vladimir Minic / Goran Prokopec

Redaktion: Bahri Cani / Julia Kuckelkorn

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