Zu einem Orchester gehören viele Instrumente – auch eine Pauke. Nur eine Standpauke hört sich niemand gerne an. Sie ist meist höchst unmusikalisch.
Wer eine Standpauke zu hören bekommt, wünscht sich oft, er wäre ganz woanders. Denn sie ist laut und unangenehm – ein moralischer Vortrag, der dem Missetäter seine Fehler ganz genau und ohne Mitleid vor Augen führt. Eine Standpauke muss jedoch nicht unbedingt im Stand, im Stehen, stattfinden. Pauken ist ein altertümliches Wort für schlagen. Es wird vermutet, dass die Standpauke ursprünglich von lauten Trommelschlägen begleitet wurde, um dem Adressaten des Vortrags zusätzlichen Respekt einzuflößen. Wenn also zum Beispiel in einem Konzert der Paukenspieler bei Joseph Haydns Sinfonie mit dem Paukenschlag seinen Einsatz verpasst, dann kann er sich danach wahrscheinlich auf eine gehörige Standpauke des Dirigenten gefasst machen.
Autorin: Raphaela Häuser
Redaktion: Beatrice Warken