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Vorsichtige Aufwärtstrends in Europa

30. April 2014

Die Inflation in der Euro-Zone steigt weiter, wenn auch weniger stark als erhofft. In Spanien wächst die Wirtschaft so stark wie seit sechs Jahren nicht mehr, das Problem der hohen Arbeitslosigkeit aber bleibt.

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Symbolbild Aufwärtstrend in der Eurozone Spanien
Bild: picture alliance/Bildagentur-online/Tips Images

Es war eine gute und eine schlechte Nachricht zugleich: Nach Zahlen der europäischen Statistikbehörde Eurostat stiegen die Verbraucherpreise im April im Vergleich zum Vorjahr wieder an. Allerdings nur um 0,7 Prozent - Bankvolkswirte hatten eine Inflationsrate von 0,8 Prozent erwartet. Im März war der Preisauftrieb mit 0,5 Prozent so schwach gewesen wie seit Herbst 2010 nicht mehr.

Zum siebten Mal in Folge liegt die Rate in den 18 Ländern mit Euro-Währung unter der Ein-Prozent-Marke. Von stabilen Preisen spricht die Europäische Zentralbank (EZB) bei Werten von knapp zwei Prozent. Antreiber der Inflation im April waren laut Eurostat die Dienstleistungen, wo die Rate über 1,5 Prozent betragen habe. Gebremst hätten die Energiepreise: Sie seien um deutlich über ein Prozent im Vergleich zum April 2013 gesunken.

Der leichte Anstieg der Inflation gegenüber März dürfte Befürchtungen über eine Deflation etwas zurückdrängen. EZB-Chef Mario Draghi sieht keine Gefahr eines Preisverfalls auf breiter Front, hat zuletzt allerdings mehrfach betont, dass nicht nur fallende Preise, sondern bereits niedrige Inflationsraten ein Wachstumsrisiko darstellten. Die ungewöhnlich schwache Inflation setzt die EZB seit Monaten unter Druck, ihre Geldpolitik möglicherweise weiter zu lockern.

Spanische Wirtschaft aus Wachstumskurs

Die anziehende Inflation macht sich auch in Spanien bemerkbar: Hier stiegen die Verbraucherpreise im April um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im März waren sie noch um 0,2 Prozent gesunken. Gleichzeitig vermeldet das Statistikamt INE für die ersten drei Monate des Jahres ein Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent im Vergleich zum Schlussquartal 2013 - das ist der höchste Zuwachs seit sechs Jahren. Im Vergleich zum Vorjahresquartal betrug das Wachstum 0,6 Prozent - das erste Plus im Jahresvergleich seit Mitte 2011.

Die schwere Rezession, ausgelöst durch einen massiven Verfall der Immobilienpreise, scheint mit dem dritten Quartalswachstum in Folge überwunden zu sein. Für 2014 rechnet Madrid mit einem Wachstum von mehr als einem Prozent. Von einem spürbaren Aufschwung ist die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone aber noch weit entfernt. Die Binnennachfrage ist nach wie vor schwach, die Arbeitslosigkeit unverändert hoch: Die Quote stieg von 25,7 Prozent Ende Dezember auf jetzt 25,9 Prozent.

hmf/zdh (afp,dpa, rtr)