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Flatrate bleibt Flatrate

2. Dezember 2013

Wer bei der Deutschen Telekom künftig einen Flatrate-Festnetztarif bucht, der soll wirklich unbegrenzt im Internet surfen können. Die scharf kritisierten sogenannten Drossel-Tarife kommen trotzdem, sie heißen nur anders.

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Netzkabel (Foto: Fotolia/kubais)
Bild: Fotolia/kubais

Die Deutsche Telekom verzichtet im Festnetz-Internet, ihre Tarife mit der Bezeichnung Flatrate zu drosseln. Allerdings soll es künftig neue Tarife mit anderer Bezeichnung geben, die eine Obergrenze beim Datenvolumen vorsehen, kündigte Telekom-Deutschlandchef Niek Jan van Damme an.

Die Telekom reagierte damit auf ein Urteil des Kölner Landgerichts. Das Gericht hatte dem Konzern Ende Oktober verboten, das Übertragungstempo bei Flatrate-DSL-Tarifen ab einem bestimmten Datenvolumen zu drosseln. Bei einer Flatrate erwarteten Kunden einen Festpreis für eine bestimmte Surfgeschwindigkeit und rechneten nicht damit, eingeschränkt zu werden, so die Begründung. Die Telekom wird nicht in Berufung gehen.

Sturm der Entrüstung unterschätzt

Die Pläne der Telekom für eine Einschränkung der Surfgeschwindigkeit hatten für viel Wirbel gesorgt. Das Unternehmen wurde sogar als "Drosselkom" verspottet. Im April hatte die Telekom angekündigt, dass Kunden, die ein bestimmtes Datenvolumen im Monat überschreiten, danach nur noch deutlich langsamer im Netz unterwegs sein sollten. Ähnlich ist dies bei Handytarifen bereits heute der Fall. Die Tempobremse sollte für alle seit Mai abgeschlossenen Flatrate-Neuverträge bei der Telekom gelten, aber erst 2016 umgesetzt werden.

Noch-Konzernchef René Obermann hatte die Pläne unter anderem mit Milliarden-Investitionen für den Ausbau der Breitbandnetze begründet, die er zurückverdienen müsse.

Verbraucherschützer hatten gegen die Tempobremse geklagt. Die Ankündigung der Telekom, darauf zu verzichten, schaffe Transparenz, sagte Thomas Bradler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. "Wenn man eine Flatrate bucht, kann man sicher sein, dass man die auch bekommt."

Bei den neuen Volumentarifen ließ die Telekom viele Details offen. Sie sollen günstiger sein als Flatrates mit unbegrenztem Surfvolumen, kündigte Telekom-Deutschlandchef van Damme an. Telekom-Marketingchef Michael Hagspihl nannte fünf bis zehn Euro Preisunterschied als Richtwert. Wie viel die Tarife kosten und wann genau sie eingeführt werden sollen, teilte die Telekom nicht mit. Van Damme sagte lediglich, er rechne in den nächsten zwölf Monaten nicht damit.

jw/qu (dpa, afpd)