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Sotschi-Kritiker im Hungerstreik

17. Februar 2014

Der zu einer Haftstrafe verurteilte russische Umweltaktivist und Kritiker der Winterspiele in Sotschi, Jewgeni Witischko, ist in den Hungerstreik getreten.

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Der verurteiltre russische Umweltaktivist Witischko (Foto: AFP/Getty Images)
Bild: Mikhail Mordasova/AFP/Getty Images

Wie die Organisation "Umweltschutz im Nordkaukasus" (EWNC) mitteilte, verweigert der 40 Jahre alte Geologe seit seiner Verurteilung am vergangenen Mittwoch die Nahrungsaufnahme. "Jewgeni hat uns gesagt, dass er sich seit dem 12. Februar in einem Hungerstreik befindet", heißt es in einer Erklärung der Gruppe.

Drei Jahre Haft für Sachbeschädigung

Witischko hatte kritisiert, dass die Umwelt in der russischen Kaukasus-Stadt Sotschi undn der Umgebung durch die Baumaßnahmen für Olympia schwer geschädigt worden sei. Er war vergangene Woche von einem Gericht in Krasnodar zu drei Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt worden. Witischko soll gegen seine Bewährungsstrafe verstoßen haben, nachdem er bereits Anfang Februar eine kurze Haftstrafe wegen der Beschädigung eines Zaunes erhalten hatte.

Innenminister De Maiziere (M. ) in Sotschi mit DOSB-Chef Hörmann (l.) und -Generalsekretär Vesper (Fotto.dpa)
Innenminister De Maiziere (M. ) in Sotschi mit DOSB-Chef Hörmann (l.) und -Generalsekretär VesperBild: picture alliance/dpa

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere hatte während seines Sotschi-Besuches am Sonntag das Urteil gegen Witischko kritisiert: "Das Strafmaß bei einem Protest am Zaun eines Gouverneurs ist nach unserer Rechtsordnung ziemlich unverhältnismäßig. Keine Frage", sagte der CDU-Politiker.

"Russland muss Diskussion aushalten"

Der Minister äußerte sich auch insgesamt kritisch über die Menschenrechtssituation im Olympia-Gastgeberland. "Die menschenrechtliche Lage in Russland wird sich durch die Olympischen Spiele in Sotschi nicht zwingend bessern, sie wird vermutlich aber auch nicht zwingend schlechter", sagte de Maiziere. Russland müsse aushalten, dass diese Frage nun in der ganzen Welt diskutiert und thematisiert werde. "Das gehört zu einer offenen Gesellschaft", betonte der CDU-Politiker.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) kündigte Gespräche über den Fall Witischko mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) an. Das IOC hatte erklärt, es sehe sich nicht zuständig für den Fall. Man habe erfahren, dass die Vorfälle, die zu der Verhaftung führten, nichts mit den Spielen in Sotschi zu tun hätten.

wl/se (sid, afp)