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Ostafrikas 9/11

11. September 2009

Weltweit wird am 11. September der Terroranschläge auf das World Trade Center in New York gedacht. Doch in Ostafrika spielt ein anderes Datum eine größere Rolle: in Kenia und Tansania schlug al-Kaida bereits 1998 zu.

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Bombenanschläge in Kenia 1998 (Foto: AP)
Die Bombenanschläge in Nairobi 1998 trafen die US-BotschaftBild: AP
Fragt man Passanten in den Straßen von Kenias Hauptstadt Nairobi nach ihren Erinnerungen an den 11. September 2001, dann erntet man viele erstaunte Blicke. Nur wenige können mit diesem Datum auf Anhieb etwas anfangen. Natürlich, erwähnt man die Terroranschläge auf das World Trade Center in New York, dann erinnern sich die meisten an die Bilder der brennenden Zwillingstürme, die damals um die Welt gingen. Doch als Gedenktag an Opfer des Terrorismus spielt in Kenia ein ganz anderer Tag eine Rolle: der 7. August 1998. Der Tag, an dem bei Anschlägen auf die US-Botschaften in Nairobi und Dar-es-Salaam im benachbarten Tansania, fast 250 Menschen getötet wurden.

Der Tag, der Kenia veränderte

Nach dem Anschlag auf die US-Botschaft in Nairobi 1998 (Foto: AP)
Aufräumarbeiten nach dem Attentat in NairobiBild: AP

"An diesem Tag haben die Kenianer ihren arglosen Glauben an das Gute auf der Welt verloren. Sie haben gesehen, wie Terroristen mit einem Schlag das Leben unschuldiger Menschen auslöschen können", so Kenias Ministerpräsident Raila Odinga. Damals waren in Nairobi und Dar-es-Salaam fast zeitgleich zwei Autobomben explodiert. Die meisten Opfer gab es in Kenia: Auf dem Gelände der US-Botschaft in Nairobi starben mindestens 200 Menschen, insgesamt wurden in beiden Ländern rund 5000 Menschen verletzt. Zu den Anschlägen hatte sich das Terrornetzwerk al-Kaida bekannt. Die Attentate galten als erste große Terroranschläge al-Kaidas.

Gedenken an die Opfer

Heute befindet sich an der Stelle der Bombenexplosion in Nairobi eine grüne Gedenkstätte mit einer kleinen Kapelle. Eine Gedenktafel mit eingravierten Namen erinnert an die Opfer. Die Botschaft ist inzwischen umgezogen: die US-Regierung hat ein stark gesichertes Gebäude am Stadtrand von Nairobi errichtet. Auch in Tansania hat die US-Vertretung eine neue Adresse. Mit einem hochgesicherten Gebäudekomplex will man sich vor möglichen neuen Anschlägen schützen.

Kampf gegen den Terror

Bombenanschlag auf das Paradise Hotel in Mombasa 2002
Anschlag auf ein Hotel in Mombasa im Jahr 2002Bild: AP

Vier Jahre nach den Attentaten auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania kam es in Nairobi zu weiteren Bombenattentaten: bei einem Anschlag auf ein Hotel in der Hafenstadt Mombasa wurden 16 israelische Urlauber getötet. 80 weitere Menschen wurden verletzt. Gleichzeitig wurde ein Flugzeug einer israelischen Gesellschaft nach dem Start in Mombasa mit Raketen beschossen. Sie verfehlten jedoch ihr Ziel. Doch der Kampf gegen den Terror ist in Kenia sowie in anderen Ländern der Region besonders schwierig, da sie kaum über eigene Ressourcen verfügen, um gegen Extremisten vorzugehen. Besonders die Länder am Horn von Afrika, zu dem auch Teile Kenias gehören, gelten als Rückzugsgebiete für Extremisten. Instabile politische Verhältnisse, die unzufriedene Bevölkerung und durchlässige Grenzen machen die Region für Terrorismus besonders empfänglich.

Autorin: Katrin Ogunsade

Redaktion: Klaudia Pape