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Syrienkonferenz: Taut das Eis?

30. Januar 2014

Anfangs haben sie sich angegiftet. Nun ist der Ton zwischen den Konfliktgegnern bei den Genfer Syrien-Friedensgesprächen sachlicher. Bewegen sich beide Seiten hin zu einer Verhandlungslösung?

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UN-Vermittler Lakhdar Brahimi (Foto: dpa)
Bild: picture-alliance/dpa

Bei den Friedensverhandlungen für Syrien in Genf kommen sich die Konfliktgegner nach feindseligem Auftakt vorsichtig näher. "Ich bin froh, dass das Eis zwischen ihnen schmilzt, wenn auch nur langsam", sagte UN-Vermittler Lakhdar Brahimi (Artikelbild) am Mittwochabend vor Reportern. Die Kluft sei weiterhin groß. Aber angesichts der äußerst komplizierten Lage im Bürgerkriegsland Syrien sei es bereits ein Erfolg, dass beide Seiten eine Woche nach dem Auftakt der Friedensverhandlungen immer noch miteinander sprächen.

Niemand könne erwarten, dass die Regierung in Damaskus und die oppositionelle Syrische Nationale Koalition nach fast drei Jahren Bürgerkrieg schnell ein Abkommen erzielen würden. Die Konfliktparteien demonstrierten aber ihren Willen zu Verhandlungen.

Übergangsregierung erstmals Gesprächsthema

Zuvor hatten die Opposition sowie die Regierungsseite bestätigt, dass die Delegationen am Mittwoch erstmals über die Möglichkeit der Bildung einer Übergangsregierung gesprochen haben.

Dabei habe die Regierungsdelegation zugestimmt, den 2012 von der ersten Genfer Syrien-Konferenz verabschiedeten Fahrplan zum Frieden - das "Genfer Kommuniqué" - als Verhandlungsgrundlage zu akzeptieren. Das sagte Oppositionssprecher Luai Safi (im Bild links). In dem maßgeblich zwischen den USA und Russland ausgehandelten Dokument ist die Bildung einer Übergangsregierung unter Beteiligung der Opposition vorgesehen. Zur Rolle des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad gibt es darin keine Aussagen.

Oppositionssprecher Luai Safi bei der Pressekonferenz in Genf (Foto: dpa
Bild: picture-alliance/dpa

Es sei "ein Schritt nach vorn", dass eine Übergangsregierung nun überhaupt angesprochen wurde, hob Oppositionsvertreter Safi hervor. Allerdings wollten die Regimevertreter, dass deren Schaffung nicht - wie im Kommuniqué vorgesehen - am Anfang eines Friedensprozesses steht, sondern am Ende. Dies könne die Verhandlungen zu Fall bringen.

Vereinbarte humanitäre Hilfe für Homs bisher nicht umgesetzt

Im syrischen Staatsfernsehen hieß es, die Abordnung der Regierung sei bereit, alle Bestimmungen des so genannten Genf-1-Abkommens "Schritt für Schritt" zu erörtern. Zuvor hatte die Regierungsdelegation in Genf Forderungen der Opposition nach dem Rücktritt Assads kategorisch abgelehnt.

Laut Genf-1-Kommuniqué sollen der Übergangsregierung für Syrien Mitglieder der bisherigen Regierung sowie der Opposition und anderer Gruppen angehören können.

Die bereits am Sonntag vereinbarten humanitären Erleichterungen für notleidende Menschen in der von Regierungstruppen belagerten Altstadt von Homs sind bislang nicht umgesetzt worden. Die syrische Regierung hatte freies Geleit für Frauen und Kinder aus der Stadt zugesichert. Damaskus versprach zudem freie Fahrt für einen Hilfskonvoi dorthin. Die Frauen und Kinder befinden sich nach UN-Angaben aber weiter in der Stadt, der Konvoi sei noch nicht nach Homs aufgebrochen.

re/wl (rtr, afp, dpa, epd)