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Mehr als 20 Verdächtige festgenommen

21. März 2015

Die Ermittlungen nach dem tödlichen Anschlag auf ausländische Touristen in Tunis kommen voran: Bei einer landesweiten Razzia nahm die Polizei mehr als 20 Verdächtige fest.

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Sicherheitskräfte am Flughafen von Tunis (Foto: AFP)
Bild: Belaid//AFP/Getty Images

"Dies ist eine großangelegte Kampagne gegen die Extremisten", so ein Sprecher des Innenministeriums. Innenminister Mohamed Ali Aroui ergänzte, unter den Inhaftierten seien Leute, die die Attentäter logistisch unterstützt hätten. Zehn von ihnen sollen vermutlich direkt in den Angriff auf das Nationalmuseum von Bardo verwickelt sein. Genauere Angaben wollten die Behörden nicht machen, um die Ermittlungen nicht zu gefährden, hieß es.

Unklar ist zum Beispiel, ob die angegebene Zahl der Festnahmen auch die bisher inhaftierten zehn Verdächtigen miteinbezieht. Bereits am Donnerstag hatten die tunesischen Ermittler unter anderem den Vater, zwei Brüder und eine Schwester eines der Attentäter festgenommen. Aus Polizeikreisen hieß es nun, diese vier Personen seien inzwischen freigelassen worden. Der Innenminister wollte diese Angabe allerdings nicht bestätigen.

Gedenkveranstaltung für die Opfer

Derweil gedachten in einer Kathedrale von Tunis Hunderte der Opfer des Anschlags vom Mittwoch. Zwei Attentäter hatten mit Sturmgewehren und Granaten das Bardo-Museum unweit des Parlamentes angegriffen und 20 ausländische Touristen sowie einen tunesischen Polizisten getötet. Auch die beiden Attentäter starben. Mehr als 40 Menschen wurden verletzt.

Gedenkgottesdienst für die Opfer des Anschlags in Tunis (Foto: REUTERS)
Gedenkgottesdienst für die Opfer des AnschlagsBild: Reuters/Mili

Die Miliz "Islamischer Staat" (IS) hatte sich in einer Audiobotschaft zu der Tat bekannt und weitere Gewalttaten in Tunesien angekündigt. Doch es finden sich auch Hinweise auf einen tunesischen Al-Kaida-Ableger. Nach Angaben des Innenministeriums sollen die beiden Attentäter im Dezember nach Libyen gereist und dort in einem Terrorlager eine Kampfausbildung erhalten haben.

Nach dem Attentat haben in vielen Städten des Landes Menschen gegen den Terrorismus demonstriert. Am Freitag versammelten sich im Zentrum der Hauptstadt Tunis hunderte Demonstranten und riefen unter anderem "Nein zum Terror in Tunesien".

nem/hf (rtr, afp, dpa)