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Lufthansa laufen die Kosten davon

6. Februar 2015

Der Vorstand scheint seine Mitarbeiter auf harte Zeiten einzuschwören: Wenn man nicht gegensteuere, käme man in eine gefährliche rote Zone, heißt es in einem Brief an die Mitarbeiter.

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Symbolbild Ende des Lufthansa-Streiks
Bild: picture-alliance/dpa/M. Christians

Die Lufthansa muss nach Aussagen des Managements wegen sinkender Erlöse im Passagiergeschäft und hoher Kosten dringend umsteuern. "Unterm Strich geht eine Schere auf, die uns ohne Korrekturen auf den Weg in eine gefährliche rote Zone führt", schrieben die Lufthansa-Vorstände Karl Ulrich Garnadt und Bettina Volkens in einem Reuters am Freitag vorliegenden Brief. Die Mitteilung ging an 40.000 Mitarbeiter.

Nach Ansicht der Topmanager befindet sich die Traditionsfluglinie im angestammten Passagiergeschäft – der sogenannten Lufthansa Passage - in einer Zwickmühle. "Im vergangenen Geschäftsjahr sind die Durchschnittserlöse der Passage um mehr als drei Prozent gesunken - ein Zustand, der in unserer Industrie offenbar zum Normalzustand wird." Die beharrliche Senkung der Kosten reiche nicht aus, um diesen Rückgang zu kompensieren, während gleichzeitig andere Posten wie etwa Flughafengebühren stiegen.

Mitarbeiter erfahren am 19. Februar mehr

Das Kostenniveau der Kranich-Fluglinie liege mittlerweile um 30 bis 40 Prozent über dem direkter Rivalen wie Easyjet oder Turkish Airlines. "Die Konkurrenz kennt unsere Kostenposition und weiß, dass wir an dieser Stelle verwundbar sind." Weiteres sollen die Mitarbeiter auf einer Informationsveranstaltung am 19. Februar erfahren.

Der harte Wettbewerb am Himmel untergräbt das Geschäft der Lufthansa bereits: Voriges Jahr senkte der Konzern zwei Mal die Gewinnprognose. Für 2014 rechnet Europas größte Luftfahrtgruppe nun mit einer Milliarde Euro operativen Gewinn.

Sind Billig-Airlines die Lösung?

Um gegenzusteuern, startete das Unternehmen mit weltweit 120.000 Mitarbeitern in der Vergangenheit ein Sparprogramm nach dem anderen. Der seit Mai 2014 amtierende Chef Carsten Spohr legt mit der Gründung von Billigairlines nach. Unter dem Namen "Eurowings" sollen günstige Flüge sowohl innerhalb Europas als auch zu entfernten Zielen angeboten werden.

Letzteres bringt die Gewerkschaft Cockpit auf die Barrikaden. Die dort organisierten Piloten stemmen sich gegen die Günstigpläne. Seit April 2014 legten die Flugzeugführer die Lufthansa zehn Mal mit Streiks lahm - der Schaden summiert sich auf 200 Millionen Euro.

Gerüchten, denen zufolge Piloten vor die Tür gesetzt werden sollten, traten die Vorstände in dem Brief entgegen: "Aus heutiger Sicht sind keine Entlassungen im Cockpit geplant." Falsch sei auch die kursierende Behauptung, dass 50 Flugzeuge aus dem Passagiergeschäft herausgenommen werden sollten.

wen/zdh (rtrd, dpa)