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KI soll Beethovens "Unvollendete" vollenden

8. Dezember 2019

Seine 10. Sinfonie konnte Ludwig van Beethoven im Alter nicht mehr abschließen. Nun soll ein Computerpogramm sie mit Hilfe künstlicher Intelligenz zu Ende komponieren. Der Termin für die Uraufführung steht schon fest.

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Deutschland Portrait von Ludwig van Beethoven
Bild: picture-alliance/imageBROKER/H.-D. Falkenstein

Ein internationales Team aus Musikwissenschaftlern, Komponisten und Informatikern arbeitet nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) seit dem Sommer daran, die nur in Fragmenten erhaltene 10. Sinfonie Ludwig van Beethovens mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) zu vollenden. Ein Sprecher der Deutschen Telekom, die das Projekt initiiert hat, bestätigte das Vorhaben der Deutschen Presse-Agentur.

Dem FAS-Bericht zufolge wollen die Wissenschaftler einen Algorithmus so trainieren, dass er die vielen fehlenden Passagen im Geiste Beethovens nachkomponiert. Was dabei herauskomme, wisse keiner der Beteiligten. "Der Algorithmus ist unberechenbar, er überrascht uns jeden Tag aufs Neue", sagte Projektkoordinator Matthias Röder, Direktor des Salzburger Karajan Instituts, dem Blatt. "Er ist wie ein kleines Kind, das die Welt Beethovens erkundet."

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Das Projekt ist nicht der erste Versuch, ein Computerprogramm Musik komponieren zu lassen. Zu ähnlichen Experimenten zählt etwa die "Fertigstellung" der berühmten unvollendeten 8. Sinfonie in h-Moll von Franz Schubert (1797-1828). Der chinesische Smartphone-Hersteller Huawei setzte das Projekt um, im Februar wurde die Sinfonie in London uraufgeführt.

Bonner Uraufführung im Beethovenjahr

Die Uraufführung der per KI vollendeten Beethoven-Sinfonie soll am 28. April in Bonn uraufgeführt werden. Im kommenden Jahr wird der 250. Geburtstag des berühmten Komponisten (1770-1827) groß gefeiert.

hk/se (dpa, afp, FAS)