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Industriespionage bislang unterschätzt

3. Februar 2014

Der Export von Maschinen ist für Deutschland wichtig und dort müssen die Produzenten die Nase vorn haben. Schlimm, wenn das Know-how ausspioniert wird. Und das wird es viel mehr als bislang angenommen, meint der VDI.

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Bild: imago/mm images/peoplestock

Von den Behörden dramatisch unterschätzt würden die Schäden durch Wirtschaftsspionage in Deutschland, erklärt der Verein Deutscher Ingenieure, kurz VDI. "Der Bundesinnenminister schätzt den jährlichen Schaden auf 50 Milliarden Euro", sagte der neue VDI-Chef Ralph Appel der Zeitung "Rheinische Post" (Montagausgabe). Appel dagegen hält diese Zahl für viel zu niedrig. "Ich gehe davon aus, dass der Schaden, der deutschen Unternehmen durch Wirtschaftsspionage entsteht, mindestens 100 Milliarden Euro pro Jahr beträgt", so der VDI-Direktor. Erst vor kurzem hatte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen die Schadensschätzung von 50 Milliarden Euro als plausibel bezeichnet. Er verwies auf Angaben des Industrieverbandes BDI.

Appel ist seit Anfang Januar neuer Chef des VDI. Er mahnte nun auch mehr Investitionen in die digitale Infrastruktur Deutschlands an. "Bei der Informationstechnologie hinken wir hinterher, weil die digitale Infrastruktur in Deutschland nicht mehr zur Weltspitze gehört", sagte Appel. Der viel zu langsame Netzausbau in Deutschland sei eine strukturelle Gefahr für die Industrie. "Unter dem Stichwort 'Industrielle Revolution 4.0' beobachten wir gerade, wie weltweit die Produktionsprozesse und das Internet zusammenwachsen. Wenn Deutschland den Ausbau der digitalen Infrastruktur nicht beschleunigt, fällt die deutsche Wirtschaft bei dieser Entwicklung zurück und Arbeitsplätze gehen verloren", sagte Appel.

iw/ml (rtr)