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Griechenland bleibt EU-Schlusslicht

3. Dezember 2013

Die Organisation Transparency International hat ihren neuen internationalen Korruptionsindex vorgestellt. In Europa hat Griechenland das größte Bestechungsproblem - trotz deutlicher Fortschritte.

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Geldbündel wandert von einer Hand in die andere (Foto: fovito)
Bild: fovito/Fotolia

Erneut hat die Antikorruptionsorganisation Transparency International Studien und Einschätzungen unabhängiger Institute und Daten von Weltbank und Weltwirtschaftsforum ausgewertet, um eine Rangliste der Korruption zu erstellen. Der CPI (Corruption Perceptions Index) führt Länder nach dem Grad auf, in dem dort Korruption bei Amtsträgern und Politikern wahrgenommen wird.

Das Fazit: Die Welt bleibt größtenteils bestechlich. Unter den 177 untersuchten Ländern erreichten mehr als zwei Drittel weniger als 50 Punkte – 100 Punkte zeigen den niedrigsten Korruptionsgrad an, 0 den höchsten. Schlusslicht bilden wie in den vergangenen Jahren die Länder Afghanistan, Nordkorea und Somalia mit jeweils acht Punkten.

Griechenland macht Fortschritte

In Europa trägt Griechenland auf Platz 80 die rote Laterne: Es ist mit 40 Punkten das am schlechtesten bewertete Land der EU. Wenngleich Transparency ihm auch Fortschritte bescheinigt: Athen habe im Kampf gegen die Schuldenkrise zum Beispiel einen obersten Korruptionsbekämpfer eingesetzt.

In Spanien hat sich die Situation dagegen deutlich verschlechtert. Das Land belegt mit 59 Punkten nur noch Platz 40 und verlor damit im Vergleich zum Vorjahr zehn Punkte. Hauptgrund: Eine Reihe aufgedeckter Skandale um Regierung und Königshaus sei weitgehend ohne Konsequenzen geblieben, so Transparency International in dem Bericht.

Deutschland im Mittelfeld, Skandinavien Spitze

Deutschland rangiert in Sachen Korruption im internationalen Vergleich im Spitzenbereich, aus europäischer Sicht lediglich jedoch im Mittelfeld. Es belegt mit 78 Punkten Rang 12 der Liste.

Angeführt wird der Index auch in diesem Jahr wieder von Neuseeland und Dänemark mit jeweils 91 Punkten, dicht gefolgt von Finnland und Schweden mit je 89 Punkten. Auch Norwegen, Singapur, die Schweiz, Australien und Kanada gehören zur Spitzengruppe. Diese Länder zeigten, wie "Transparenz Verantwortung fördert und Korruption stoppen kann", erklärte die TI-Vorsitzende Huguette Labelle in Berlin.

Für den Index wurden unter anderem Geschäftsleute und Länderanalysten befragt. Auch Umfragen mit Staatsbürgern im In- und Ausland flossen ein. Nicht ausgewertet wurden dagegen Fallzahlen von Bestechlichkeit in öffentlichen Ämtern. Sie belegen nach Auffassung von Transparency International lediglich, wie effektiv die Staatsanwaltschaften, Gerichte oder Medien eines bestimmten Landes bei der Aufdeckung von Korruption seien, nicht jedoch das Ausmaß der Korruption.

dh/kle (afp, rtr)