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Abschied von Franz Beckenbauer: "Ein großer Deutscher"

19. Januar 2024

Franz Beckenbauer war viel mehr als nur ein begnadeter Fußballer beim FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft. Das war der Tenor der emotionalen Gedenkfeier für den "Kaiser" in der Münchener Arena.

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Trauerfeier Franz Beckenbauer
Spieler - Kaiser - Mensch - mit diesen Attributen wurde Franz Beckenbauer bei seinem Abschied geehrtBild: Matthias Schrader/AP/picture alliance

"Franz brachte den Glanz, ganz locker auf seine persönliche Art", sagte Herbert Hainer, Präsident des FC Bayern, vor rund 30.000 Menschen bei der Gedenkfeier für Franz Beckenbauer in der Münchener Fußball-Arena. Der "Kaiser", wie Beckenbauer wegen seiner eleganten Spielweise genannt wurde, hatte 18 Jahre lang für den deutschen Rekordmeister gespielt und die Mannschaft als Kapitän zu zahlreichen nationalen und internationalen Titeln geführt. Auch nach seiner aktiven Zeit prägte er den Verein: als Trainer und dann als Vereinspräsident. "Wir hatten das Glück, eine 'Kaiserzeit' zu erleben", sagte Hainer. 

Beckenbauer war am 7. Januar im Alter von 78 Jahren an seinem Wohnort in der österreichischen Stadt Salzburg gestorben. Am Freitag vergangener Woche war er im engsten Kreis im Familiengrab auf einem Münchener Friedhof beigesetzt worden. 

Steinmeier: Beckenbauer ein "großer Deutscher"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bezeichnete Beckenbauer als "großen Deutschen" und als "beliebtesten Botschafter unseres Landes". Überall auf dem Globus habe man den deutschen Ausnahmefußballer gekannt, sagte Steinmeier: "Auf der ganzen Welt haben die Menschen Franz Beckenbauer verehrt, bewundert, geliebt. Wir nehmen Abschied von einem wunderbaren Fußballer und Menschen."

Beckenbauers Freund und langjähriger Mitspieler Uli Hoeneß würdigte neben den außergewöhnlichen Fähigkeiten des Fußballers Beckenbauer auch dessen menschliche Qualitäten: "Wenn man ein Problem hatte, ging man zum Franz. Das war eine seiner wichtigsten Eigenschaften. Er war auch unendlich großzügig."

Als "Meisterstück" bezeichnete der Ehrenpräsident des FC Bayern, dass Beckenbauer die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 nach Deutschland geholt habe. Hoeneß erinnerte an das "Sommermärchen", als die Menschen im ganzen Land Deutschlandfahnen geschwenkt hätten: "Da müssen wir wieder hinkommen, dass wir alle stolz sind auf unser Land. Aber ich möchte ganz deutlich betonen, dass ich die AfD [die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland - Anm. d. Red.] bei diesem Prozess nicht dabei haben will."

 

Karl-Heinz Rummenigge, Wolfgang Overath und Lothar Matthäus stehen mit Rosen am Mittelkreis.
Karl-Heinz Rummenigge (l.), Wolfgang Overath und Lothar Matthäus (r.) legten am Mittelkreis Rosen abBild: Christian Charisius/dpa/picture alliance

Zum Gesang des deutschen Startenors Jonas Kaufmann hatten zuvor elf ehemalige Weggefährten Beckenbauers am Mittelkreis Rosen abgelegt. Zu ihnen gehörten Mitglieder des Weltmeister-Teams von 1974 wie Wolfgang Overath, Günter Netzer und Berti Vogts, Rekordnationalspieler Lothar Matthäus und der langjährige Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz-Rummenigge. Auf dem Mittelkreis lag ein großes Bild des legendären Liberos mit der Nummer 5.

Viel Prominenz auf den Rängen

An der Gedenkfeier in der Münchener Arena nahmen neben der Familie Beckenbauers auch zahlreiche Wegbegleiter des "Kaisers" sowie Prominente aus Politik und Sport teil. Mit Bundespräsident Steinmeier, Bundeskanzler Olaf Scholz und dem Ministerpräsidenten Markus Söder waren die höchsten Repräsentanten von Staat, Bundesregierung und dem Bundesland Bayern zugegen. Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann, der Weltmeistertrainer von 2014, Joachim Löw, und DFB-Sportdirektor Rudi Völler waren unter den Gästen.

Die aktuelle Mannschaft des FC Bayern um Manuel Neuer, Harry Kane und Thomas Müller unterbrach ihre Vorbereitung auf das Bundesliga-Spiel am Sonntag gegen Werder Bremen, um an der Gedenkfeier teilzunehmen. Für den europäischen Fußballverband UEFA war dessen Präsident Aleksander Ceferin nach München gekommen. Auch Tennislegende und Bayern-Fan Boris Becker gedachte Beckenbauers. 

 

DW Kommentarbild Stefan Nestler
Stefan Nestler Redakteur und Reporter