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Gauck boykottiert Winterspiele

8. Dezember 2013

Für den Bundespräsidenten wiegen Menschenrechtsverletzungen und Drangsalierung der Opposition in Russland so schwer, dass er das sportliche Großereignis am Schwarzen Meer nicht besuchen will.

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Bundespräsident Joachim Gauck
Bild: picture-alliance/dpa

Was bedeutet Gaucks Absage?

Bundespräsident Joachim Gauck wird im Februar nicht zu den Olympischen Winterspielen nach Sotschi reisen. Das hat das Bundespräsidialamt der russischen Regierung mitgeteilt. Die Sprecherin des Bundespräsidenten, Ferdos Ferudastan, bestätigte einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Das Magazin interpretierte den Schritt des 73 Jahre alten Staatsoberhaupts als "Kritik an den Menschenrechtsverletzungen und der Drangsalierung der Opposition" in Russland. Das Land steht insbesondere wegen Gesetzen gegen Homosexuelle unter scharfer Kritik von Menschenrechtsgruppen. Prominente und Schwulenaktivisten haben zu Protesten und teils zum Boykott der Winterspiele aufgerufen, die im Februar stattfinden sollen.

Gaucks Sprecherin wies zugleich darauf hin, dass es keine feste Regel gebe, dass Bundespräsidenten an den Winterspielen teilnähmen. Auch Horst Köhler sei nicht zu den Spielen 2010 im kanadischen Vancouver gereist. Gauck will aber die deutschen Olympia-Teilnehmer am 24. Februar bei ihrer Rückkehr in München empfangen. Bei den Sommerspielen und Paralympics im vergangenen Jahr in London war er vor Ort gewesen.

Der 2012 fertiggestellte Bolschoi-Eispalast in Sotschi - einer der Austragungsorte der Eishockey-Wettbewerbe (Foto: picture alliance / Alexei Boitsov )
Der Bolschoi-Eispalast in Sotschi - einer der Austragungsorte der Eishockey-WettbewerbeBild: picture alliance / Alexei Boitsov

Der Bundespräsident hat Russland seit seinem Amtsantritt im März 2012 noch keinen offiziellen Besuch abgestattet. Protokollarisch gilt ein Besuch eines Staatsoberhaupts bei einem Ereignis wie Olympia als schwierig, wenn es nicht vorher schon einen ersten offiziellen Staatsbesuch gegeben hat.

Gauck hat aber rechtsstaatliche Defizite in Russland sowie eine Behinderung kritischer Medien bereits mehrmals kritisiert. Ein für Juni 2012 geplantes Treffen mit Gauck ließ Präsident Wladimir Putin platzen, angeblich aus Termingründen.

sti/cw (afp, dpa, sid)