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Frankreich rutscht in die Rezession

26. Juni 2013

Was lange vermutet wurde, wird nun amtlich: Die zweitgrößte Volkswirtschaft Europas ist in die Rezession geschlittert. EZB-Chef Draghi fordert in Paris den Umbau des Arbeitsmarktes.

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Eine PSA Peugeot Citroen-Fabrik in Aulnay-sous-Bois (Foto: AP)
Bild: picture-alliance/AP

Das französische Statistikamt Insee hat bestätigt, dass Frankreich in die Rezession gerutscht ist. Im letzten Quartal 2012 sowie im ersten Quartal 2013 habe der Rückgang beim Bruttoninlandsprodukt (BIP) bei jeweils 0,2 Prozent gelegen, teilte die Behörde in Paris mit. Damit bestätigte sie ihre erste Einschätzung im Mai. Für das gesamte Jahr 2013 rechnet Insee mit einem leichten Schrumpfen der französischen Wirtschaft.

Die EU-Kommission hat Frankreich angesichts verschlechterter Wirtschaftsdaten zugestanden, das Haushaltsdefizit erst 2015 wieder unter die Obergrenze von drei Prozent des BIP bringen zu müssen. Die Kommission rechnet in ihrer Frühjahrsprognose damit, dass Frankreichs Defizit 2013 bei 3,9 und 2014 sogar bei 4,2 Prozent liegen wird.

Frankreich: Der Mittelstand und die Mittagspause

Die französische Regierung hatte am Dienstag angekündigt, dass sie im nächsten Jahr erstmals seit mehr als 50 Jahren die Staatsausgaben im Vergleich zum Vorjahr senken wolle. Die Ausgaben sollen demnach 2014 um 1,5 Milliarden Euro reduziert werden. Für die Beschäftigungspolitik soll aber eine Milliarde Euro zusätzlich bereitstehen.

Draghi fordert Reformen

EZB-Präsident Mario Draghi fordert von Frankreich Reformen für mehr Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum. Insbesondere ein Umbau des Arbeitsmarktes sei notwendig, sagte Draghi vor Abgeordneten in der Nationalversammlung in Paris. "Lassen Sie uns nicht vergessen, dass diejenigen, die am meisten unter einem nicht reformierten Arbeitsmarkt leiden, die jungen Leute sind. Der Beweis dafür sind die enormen Zahlen junger Arbeitsloser heutzutage."

Die Arbeitslosenquote in Frankreich liegt momentan bei knapp elf Prozent - viel höher als etwa in Deutschland. Frankreich gilt als potenzielles Sorgenkind der Euro-Zone, weil die Wirtschaft schwächelt, die Schulden hoch sind und der Arbeitsmarkt starr ist.

zdh/gmf (AFP, rtr)