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Ahmadinedschad für Gespräche mit USA

10. Februar 2013

Der Iran hat im Atomstreit grundsätzliche Gesprächsbereitschaft signalisiert, will aber nicht unter Druck verhandeln. Gleichzeitig bemüht sich die Regierung in Teheran, die vom Westen verhängten Sanktionen zu lockern.

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Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad (links) auf einer Großkundgebung zum 34. Jahrestag der islamischen Revolution (Foto: picture-alliance/dpa)
Bild: picture-alliance/dpa

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat Bereitschaft zu direkten Gesprächen mit den USA angedeutet. Voraussetzung sei allerdings, dass die US-Regierung ihr Auftreten gegenüber seinem Land grundsätzlich ändern, verlangte Ahmadinedschad. In einer Rede zum 34. Jahrestag der islamischen Revolution forderte er auf einer Großkundgebung im Zentrum Teherans in Richtung Washington: "Hört auf, Waffen auf die iranische Nation zu richten, und ich persönlich werde mit Euch verhandeln."

Welche Rolle spielt Ahmadinedschad?

Sein Land werde im Atomstreit mit dem Westen allerdings keine Zugeständnisse machen, stellte der Präsident klar. "Iran ist heute ein Land mit nuklearem Know-how, ob es der Westen mag oder nicht", sagte Ahmadinedschad.

Die Vereinigten Staaten hatten sich zuletzt wiederholt zu direkten Gesprächen mit der iranischen Führung über deren Atomprogramm bereit erklärt, zugleich aber Mitte vergangener Woche weitere Sanktionsmaßnahmen in Kraft gesetzt. Welches Gewicht Ahmadinedschads Äußerungen haben ist unklar, denn der geistliche Führer, Ajatollah Ali Chamenei, hat bereits bilateralen Gesprächen mit den USA über das iranische Atomprogramm und andere Streitfragen eine Absage erteilt. Chamenei und nicht Ahmadinedschad kann Verhandlungen über das umstrittene Programm autorisieren. Zudem ist Ahmadinedschad nur noch wenige Monate als Präsident im Amt, er kann nicht mehr zur Wiederwahl antreten. Die Gespräche des Iran mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland über das umstrittene Programm sollen am 26. Februar in Kasachstan wieder aufgenommen werden.

Großkundgebung in Irans Hauptstadt Teheran zum 34. Jahrestag der islamischen Revolution (Foto: picture-alliance/dpa)
Mehrere hunderttausend Iraner nahmen an den Kundgebungen zur Feier der islamischen Revolution von 1979 teilBild: picture-alliance/dpa

Das Land leidet unter den Sanktionen

Die Regierung in Teheran bemüht sich, die vom Westen verhängten Sanktionen zu lockern. Darunter leiden nicht nur die Landeswährung Rial, sondern auch die als maßgebliche Einkommensquelle wichtigen Öl-Ausfuhren. Die zuletzt erneut verschärften Sanktionen haben zu einem Anstieg der Inflation und einem Kaufkraftverlust der Bevölkerung geführt.

Der Westen verdächtigt den Iran, heimlich am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Teheran weist die Vorwürfe zurück und pocht auf sein Recht zur friedlichen Nutzung der Atomkraft.

pg/wl (dpa, apd, afp, rtr)