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Busreisende in Kenia "brutal ermordet"

22. November 2014

Der Bus war im Nordosten Kenias unterwegs, nahe der Grenze zu Somalia, als Bewaffnete ihn stoppten und 28 der 60 Insassen gezielt töteten. Zu dem Anschlag bekannte sich die radikalislamistische Al-Shabaab-Miliz.

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Ein Bus fährt durch Nairobi, die Hauptstadt von Kenia (Foto: dpa)
Bild: picture-alliance/dpa

Die Reisenden, bei denen es sich nicht um Muslime gehandelt habe, seien am frühen Samstag "brutal ermordet" worden, erklärte die kenianische Polizei. Die Angreifer hätten den Bus überfallen und dann zur somalischen Grenze gefahren. Dort sei jeder Insasse, der nicht aus dem Koran vorlesen konnte, mit einem Kopfschuss umgebracht worden – darunter auch sieben Frauen.

Ein anderer Behördensprecher sagte der Zeitung "Daily Nation", an dem Angriff seien rund 100 Bewaffnete beteiligt gewesen. Der Bus sei aus der Hauptstadt Nairobi gekommen.

Angst und Schrecken

Kenia wird in jüngster Zeit immer wieder von grausamen Anschlägen der mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündeten Al-Shabaab-Miliz erschüttert. Die radikalislamische Miliz verbreitet seit Jahren Angst und Schrecken. Sie steht auch hinter dem Angriff auf das Westgate-Einkaufszentrum in der Hauptstadt Nairobi, bei dem im September 2013 mindestens 67 Menschen getötet wurden. Mitte Juni brachten Al-Shabaab-Kämpfer bei zwei Angriffen auf Küstenorte etwa 60 Menschen um.

"Vergeltungstat"

Es handele sich um eine Vergeltungstat für "die Schändung von Moscheen, Tötungen und Verhaftungen von Muslimen in Kenia", teilte der Sprecher der Miliz, Scheich Ali Mohammed Rage, mit. Er forderte zugleich den Rückzug der kenianischen Streitkräfte aus Somalia sowie ein Ende der Militäroperationen gegen die Al-Shabaab.

Kenia unterstützt die somalische Regierung im Kampf gegen die Terroristen. Seit dem Sturz von Machthaber Siad Barre im Jahr 1991 herrscht im völlig verarmten Somalia Bürgerkrieg. Die Al-Shabaab-Miliz war jahrelang eine Macht im Zentrum und im Süden des Landes. Sie kann sich in manchen Gebieten nach wie vor behaupten, aus den meisten Städten wurde sie jedoch durch den internationalen Militäreinsatz zurückgedrängt. Ihr Ziel ist die Errichtung eines islamischen Gottesstaats.

rb/jj (afp, ap, dpa, rtr)