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Indien

Brutale Vergewaltigung bleibt Politikum

Die Proteste nach der Massenvergewaltigung in Indien haben ein Todesopfer gefordert. Ein Polizist, den Demonstranten in der Hauptstadt Neu Delhi angegriffen hatten, erlag seinen Verletzungen.

Proteste in Indien gegen eine brutale Vergewaltigung (Foto: AFP)

Indien Proteste wegen Vergewaltigungsfall

Es handele sich um einen 46 Jahre alten Beamten. Er sei am Dienstag in einem Krankenhaus gestorben, berichten die Behörden. Nach offiziellen Angaben wurden bei den Protesten bislang fast 80 Polizisten und etwa 60 Demonstranten verletzt.

Wieder versammeln sich hunderte Demonstranten

Die Polizei sperrte auch am Dienstag wieder Straßen im Zentrum von Neu Delhi und schloss mehrere U-Bahnstationen. Hunderte Demonstranten hatten sich dort erneut versammelt. Sie forderten nochmals ein schnelles Verfahren gegen die sechs Männer, die vor rund einer Woche eine Frau in Neu Delhi brutal missbraucht haben sollen. Die 23-Jährige sei mehrmals operiert worden, teilten die Ärzte mit.

Gewalttätige Proteste nach Vergewaltigung in Indien (Foto: reuters)

Bei den Protesten kochten die Emotionen immer wieder hoch

Ihr Zustand sei immer noch kritisch. Sie war am Sonntag vor einer Woche mit einem Freund in einen privaten Bus gestiegen. Dort schlugen die sechs Insassen die junge Frau und ihren Begleiter mit einer Eisenstange. Fast eine Stunde missbrauchten sie die 23-Jährige und schlugen sie fast zu Tode.

Welche Rolle spielt die Polizei?

Möglicherweise gibt es auch eine Verwicklung der Polizei in den Fall. Tatsache ist jedenfalls: Die Regierungschefin von Delhi, Sheila Dikshit, reichte eine Beschwerde bei Innenminister Sushilkumar Shinde ein, derzufolge ranghohe Polizeibeamte Druck auf eine Richterin ausgeübt haben sollen, als sie das Opfer mehrere Tage nach der Tat erstmals kurz befragen konnte.

Wie die Zeitung "Times of India" berichtet, sollen die Polizisten die Richterin aufgefordert haben, die Befragung nicht auf Video aufzunehmen sowie einen von ihnen vorbereiteten Fragebogen zu verwenden. Als sie sich weigerte, sollen die Polizisten ungehalten gewesen sein.

Die Polizei wies die Vorwürfe zurück. Aus Ministeriumskreisen verlautete, wahrscheinlich werde wegen der Vorwürfe eine Ermittlung eingeleitet und diese Untersuchungen sollten von einer Frau geführt werden. Das Ministerium nehme die Vorwürfe sehr ernst.

Indien: Singh ruft zur Ruhe auf (24.12.2012)

Premier und Präsident mahnen zur Ruhe

Premierminister Manmohan Singh hatte zuletzt die Bürger zur Ruhe aufgerufen. Die Wut der Demonstranten sei "aufrichtig und gerechtfertigt", sagte Singh in einer Fernsehansprache. Doch trotz des "abscheulichen Verbrechens" forderte er die Menschen dazu auf, ihren Ärger nicht in Gewalt umschlagen zu lassen. Zugleich versicherte er, es werde alles Erdenkliche getan, um die Sicherheit der Frauen zu gewährleisten.

Indiens Präsident Pranab Mukherjee schaltete sich ebenfalls in den Fall ein. Wie zuvor Regierungschef Singh mahnte auch er zu Besonnenheit. Gewaltsame Proteste seien keine Lösung. Mukherjee ging zudem auf die schwierige Situation der Frauen in Indien ein. Alle Mitglieder der Gesellschaft müssten Frauen den höchsten Respekt entgegen bringen, forderte er. Frauen müssten akzeptiert und von den Männern "mehr als gleiche Partner" anerkannt werden.

haz/rb (dpa, dapd, ap)

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