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Australiern droht baldige Hinrichtung

4. März 2015

Die Hoffnung schwindet: Die beiden zum Tod verurteilten Australier wurden in Indonesien in ein Hochsicherheitsgefängnis auf einer Insel verlegt. Dort vollstrecken gewöhnlich Erschießungskommandos die Todesstrafe.

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Mit diesem Polizeifahrzeug wurden die Todeskandidaten zur Fähre gebracht (Foto: Reuters)
Mit diesem Polizeifahrzeug wurden die Todeskandidaten zur Fähre zur Gefängnisinsel gebrachtBild: Reuters/Darren Whiteside

Nach Wochen der Hoffnung und des Bangens scheint die Exekution der beiden Australier Andrew Chan und Myuran Sukumaran näher zu rücken. Sie wurden aus dem Gefängnis in Bali abgeholt und auf die Insel Nusakambangan gebracht. Die Behörden haben zwar noch kein Datum für die Hinrichtung der Männer festgesetzt, die wegen Heroinschmuggels verurteilt worden waren. Der Transfer auf die Insel legt aber nahe, dass die Hinrichtung alsbald bevorsteht. Die Verurteilten müssen mindestens 72 Stunden vor ihrer Hinrichtung über den Zeitpunkt informiert werden.

Andrew Chan und Myuran Sukumaran hinter Gittern (Archivfoto 2010: Reuters)
Ihre Hoffnungen scheinen zu schwinden - Andrew Chan und Myuran SukumaranBild: Reuters/Murdani Usman

Chan und Sukumaran wurden nach Angaben der örtlichen Justiz in den frühen Morgenstunden geweckt und kurz darauf mit Handschellen aus dem Gefängnis abgeholt. Ein Reporter der Nachrichtenagentur afp meldet, die 31 und 33 Jahre alten Häftlinge seien in zwei gepanzerten Fahrzeugen von der Polizei weggebracht und zunächst in die Stadt Cilacap auf der Insel Java geflogen worden. Von dort transportierte sie ein Boot nach Nusakambangan.

Beobachter gehen davon aus, dass insgesamt zehn Delinquenten, die wegen Drogendelikten zum Tode verurteilt wurden, beim nächsten Hinrichtungstermin exekutiert werden. Die Behörden machten keine Angaben zu den anderen Häftlingen, allerdings scheiterten jüngst neben den Australiern auch Gefangene aus Frankreich, Nigeria und Ghana mit Anträgen auf eine Begnadigung. Unter den Todeskandidaten sollen auch ein Brasilianer und ein Philippiner sein. Fünf Ausländer und ein Indonesier waren aus ähnlichen Gründen bereits im Januar hingerichtet worden.

Protest aus Canberra

Australier halten Mahnwachen für Todeskandidaten in Indonesien

Der australische Premierminister Tony Abbott sagte, sein Land sei "schlicht empört". Millionen Landsleute fühlten mit Chan und Sukumaran. Er hoffe noch immer inständig auf einen "Sinneswandel in Indonesien", sagte der Premierminister, fügte aber hinzu: "Ich möchte Niemandem falsche Hoffnungen machen."

Die Regierung in Australien hatte in den vergangenen Wochen mehrfach versucht, die Hinrichtung von Chan und Sukumaran zu verhindern. Die Männer scheiterten ihrerseits wiederholt mit Anträgen auf Begnadigung. Auch ihre Angehörigen baten vergebens um Gnade. Indonesiens Präsident Joko Widodo ist ein erklärter Befürworter der Todesstrafe für Drogenhändler.

kle/uh (afp, dpa, ape, rtre)