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Langsam gesprochene Nachrichten

24.12.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Bundespräsident Joachim Gauck hat die Menschen in Deutschland zu einem solidarischen Miteinander und Offenheit gegenüber Ausländern aufgefordert. Deutschland habe die ökonomische Krise bisher gut gemeistert, sagte Gauck in seiner Weihnachtsansprache. Den meisten gehe es wirtschaftlich sehr gut. Zudem sei Deutschland politisch stabil. Dennoch seien viele verunsichert. Die Schere zwischen Arm und Reich gehe auseinander, der Klimawandel erfordere ebenso neue Antworten wie die alternde Gesellschaft. Angesichts dieser Entwicklungen sprach sich das Staatsoberhaupt für eine Rückbesinnung auf die Solidarität oder christlich gesprochen, die Nächstenliebe aus. Deutschland wolle ein Land sein, in dem Alte und Junge, Alteingesessene und Neuzugezogene miteinander leben könnten. Ausdrücklich mahnte der Bundespräsident einen großzügigen Umgang mit politisch Verfolgten an, auch wenn Deutschland nicht alle aufnehmen könne, die kämen. Gauck dankte zudem den Bundeswehrsoldaten für ihren Einsatz in Afghanistan, die unter Einsatz ihres Lebens Terror verhinderten und die Zivilbevölkerung schützten.

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Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hat die Asylpolitik der Bundesregierung verteidigt. Es gebe in Deutschland eine begrenzte Kapazität an Aufnahmemöglichkeiten, begrenzte Finanzmittel und auch nur eine begrenzte Integrationsfähigkeit in der Gesellschaft, sagte Friedrich der "Berliner Morgenpost". Deutschland könne nur diejenigen aufnehmen, die nach geltendem Recht auch Anspruch auf Aufnahme hätten. Dabei hätten Flüchtlinge aus Syrien Vorrang vor Asylbewerbern, die aus sicheren Herkunftsländern wie Serbien und Montenegro kämen. Die Bundesregierung täte alles, um denen, die wirklich politisch verfolgt würden, die Chance zu geben, in Deutschland ein neues Leben zu beginnen. Damit dies aber weiterhin der Fall sein könne, müssten an anderer Stelle Grenzen gesetzt werden, um Missbrauch von vornherein zu verhindern, so der CSU-Politiker.

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Die einflussreiche Waffenlobby in den USA geht weiter auf Konfrontationskurs zu Präsident Barack Obama, der nach dem Schulmassaker von Newtown die Waffengesetze verschärfen will. Man werde jede Einschränkung des Rechts auf das Tragen einer Waffe bekämpfen, machten die Führer der einflussreichen National Rifle Association (NRA) in mehreren Fernsehinterviews deutlich. Nicht die Waffen seien das Problem, sondern die Schützen, argumentierte NRA-Präsident David Keene. Sein Vize Wayne LaPierre lehnte auch ein Verbot des Verkaufs der von Obama besonders ins Visier genommenen Sturmgewehre mit großen Magazinen ab. - Bei dem Massaker am 14. Dezember im US-Bundesstaat Connecticut hatte ein 20-Jähriger mit einem halbautomatischen Sturmgewehr 20 Erstklässler und sechs Erwachsene erschossen. Anschließend tötete er sich selbst.

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Bei einem Angriff der syrischen Luftwaffe auf die Ortschaft Halfaja in der zentralsyrischen Provinz Hama sind nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten zahlreiche Menschen getötet und verletzt worden. Die Menschen hätten vor einer Bäckerei Schlange gestanden, um Brot zu kaufen. Unter den Opfern sollen auch viele Frauen und Kinder sein. Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bezifferte die Zahl der Getöteten auf 60. Andere Berichte gehen von bis zu 200 Opfern aus. Das Rebellennetzwerk Lokale Koordinierungskomitees, LCC, sprach von einem Massaker. Der Ort Halfaja war vor kurzem von den Rebellen eingenommen worden. Eine unabhängige Bestätigung der Berichte gibt es wegen der Medienblockade des Regimes von Präsident Baschar al-Assad nicht. Seit Beginn des Aufstandes gegen Assad im März 2011 sind mehr als 42.000 Menschen ums Leben gekommen.

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Die Außenbeauftragte der Europäischen Union, Catherine Ashton, hat die Zerstörung der noch verbliebenen Mausoleen islamischer Heiliger in der Stadt Timbuktu im Norden Malis durch radikale Islamisten verurteilt. Ashton sei zutiefst schockiert und rufe umgehend zum Schutz dieses in Afrika einmaligen kulturellen und religiösen Erbes auf, sagte ein Sprecher Ashtons in Brüssel. Die im Norden Malis herrschenden Islamisten hatten am Sonntag mit der Zerstörung der restlichen Mausoleen begonnen. Sie begründeten ihr Vorgehen damit, dass die Grabstätten gegen islamische Vorschriften verstießen. Gläubige dürften nur Allah anbeten und keine Heiligen verehren. Bereits im Juli und Oktober hatten die Islamisten im von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuften Timbuktu zahlreiche Mausoleen dem Erdboden gleich gemacht. Die neuen Zerstörungen könnten eine Reaktion auf den Beschluss des UN-Sicherheitsrats sein, einer militärischen Intervention zur Befreiung des malischen Nordens zuzustimmen.

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