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Langsam gesprochene Nachrichten

15.11.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Nach der gezielten Tötung des Hamas-Militärchefs Ahmed al-Dschabari in Gaza hat sich der Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis weiter verschärft. Militante Palästinenser im Gazastreifen feuerten wieder zahllose Raketen in Richtung Israel. Drei Israelis wurden nach Angaben der Polizei getötet, als eine Rakete den vierten Stock eines Wohnhauses in der Stadt Kiriat Malachi direkt traf. Israelische Kampfjets hatten in der Nacht zum Donnerstag nach Angaben einer Sprecherin 100 Ziele unter Beschuss genommen. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte, die Streitkräfte seien auf eine Ausweitung der Offensive gegen militante Kräfte der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen vorbereitet. Die Militärführung schließt auch eine Bodenoffensive nicht aus. Verteidigungsminister Ehud Barak erklärte, Israel wolle keinen Krieg, habe aber auf die Provokationen der Hamas hart antworten müssen. Nach palästinensischen Angaben sind seit Mittwoch insgesamt elf Palästinenser getötet und mehr als 100 verletzt worden.

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Der Weltsicherheitsrat in New York hat in einer Dringlichkeitssitzung über die Lage im Nahen Osten beraten. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte vor einer Eskalation der Gewalt und einem neuen Gaza-Krieg. UN-Diplomaten berichteten, dass große Einigkeit im Rat geherrscht habe und die Lage als höchst bedrohlich eingeschätzt worden sei. Palästinenser und Israelis wurden zur Zurückhaltung aufgefordert. US-Präsident Barack Obama bekräftigte das Recht Israels auf Selbstverteidigung und sicherte Regierungschef Benjamin Netanjahu in einem Telefonat seine Unterstützung zu. Beide Politiker seien sich darin einig, dass die radikal-islamische Hamas ihre Angriffe auf Israel beenden müsse, hieß es aus Washington. Ägypten zog seinen Botschafter aus Israel ab und bestellte den diplomatischen Vertreter Israels in Kairo ins Außenministerium ein. Ein Sprecher des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi sprach von einem brutalen Angriff, bei dem mehrere "Märtyrer" getötet worden seien.

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Chinas Kommunisten haben mit der Ernennung von Vizepräsident Xi Jinping zum neuen Parteichef den Machtwechsel vollzogen. Überraschend übernahm der 59-Jährige auch umgehend das Oberkommando über die Streitkräfte. Das neue Zentralkomitee der Partei bestimmte Xi zum Vorsitzenden der Militärkommission, nachdem der scheidende 69-jährige Staatschef Hu Jintao diese Position geräumt hatte. Im März kommenden Jahres soll er von Hu auch das Präsidentenamt übernehmen. In dem auf sieben Mitglieder verkleinerten mächtigen Ständigen Ausschuss des Politbüros sitzt auch Vizepremier Li Keqiang, der im Zuge des Generationenwechsels im März Nachfolger von Ministerpräsident Wen Jiabao werden soll.

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Die schwache Konjunktur in Europa schlägt nun auch auf das Wirtschaftswachstum in Deutschland durch. Im dritten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorquartal nur noch um 0,2 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Positive Impulse kamen von Juli bis September noch von den Exporten sowie den privaten und staatlichen Konsumausgaben. Außerdem wurde mehr in Bauten investiert. Im ersten Vierteljahr war die deutsche Wirtschaft noch um 0,5 Prozent gewachsen, im zweiten Vierteljahr um 0,3 Prozent.

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Der französische Premierminister Jean-Marc Ayrault hat vor seinem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel an diesem Donnerstag mangelnde Rücksichtnahme auf die spezifischen Probleme seines Landes beklagt. Wenn man in Europa vorankommen wolle, müsse man die jeweiligen Partner besser kennen, sagte Ayrault der "Süddeutschen Zeitung" vor seinem Berlin-Besuch. Frankreich habe ein Sozial- und Gesellschaftssystem, "an dem wir hängen". Das französische Gesellschaftsmodell basiere "auf der sozialen Gerechtigkeit". Allein deutsche Inflationsängste dürften den Kurs in Europa nicht bestimmen. Deutschland dürfe nicht nur eine Inflation fürchten, sondern auch eine Deflation. Deswegen müsse das Wachstum unterstützt werden und die Lage in Europa beruhigt werden.

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